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Kunst

Artists at Risk: „Umso mehr Ärger wir machen, um so ernster nehmen sie uns.“

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„Meine Stimme ist überall“. Issa Touma ist viel unterwegs. Berlin ist bereits seine 85. Station in Europa. Gewählt hat der syrische Künstler und Filmemacher das Nomadenleben allerdings nicht. Gemeinsam mit anderen Stipendiaten der finnischen Organisation Artists at Risk (AR), die politisch verfolgte Künstler unterstützt, sprach er am Montag im Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin über seine Erfahrungen.

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Lab.Bode: Denkraum – Freiraum – Plattform

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„Keine Ahnung, war da noch nie“, erklärt der Jugendliche mit der coolen Frisur, die das halbe Gesicht verdeckt: „Klingt mega öde“. Auch die junge Frau mit dem Latte Macchiato-Becher hat keine so rechte Vorstellung, was es im Bode-Museum zu sehen gibt, ebenso wie die tätowierte Blondine fortgeschrittenen Alters mit dem über den Fettpölsterchen spannenden Leoparden-Top und dem Hündchen im Arm.

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It was just the start – Berlin Art Week zur Nachbereitung

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Es ist Tradition geworden, dass auch die Institutionen und Projekträume mit den vielen Galerien in der begehrtesten Kunstwoche des Jahres ihre Ausstellungen eröffnen, schließlich ist das internationale Kunstpublikum zu Gast in der Stadt. Für Kunstenthusiasten aller façon war der Veranstaltungskalender der Berlin Art Week also prall gefüllt, dabei gut strukturiert und dennoch kaum zu bewältigen. Die Häuser und Räume waren mit dem strömenden Kunstpublikum mehr als gut besucht, der Blick auf die Kunst, den Kunstraum dafür oft erschwert.

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Verhüllte Kritik: Kunst aus Abu Dhabi

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Einsam schwebt ein Falke über der Ausstellung. Ein Falke, wie die Scheichs in den Arabischen Emiraten ihn zur Jagd einsetzen. Doch der Falke erweist sich als präparierte Eule. Und das Exponat gehört auch nicht zur Ausstellung, sondern zur Wunderkammer der Stiftung Olbricht. Durch eine Maueröffnung lugt der Vogel der Weisheit in eine andere Wunderkammer hinein: die Ausstellung „Portrait of a Nation“ im Me Collectors Room Berlin Stiftung Olbricht in Berlin-Mitte.

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Sharing Dreams – die Dream Clinic von Amanda Newall und Leon Tan

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„I have a dream“ – ein Satz, mit dem Martin Luther King 1963 Geschichte schrieb. Es war der Traum von sozialer Gerechtigkeit, von der Gleichheit zwischen Schwarzen und Weißen in den USA, den der afroamerikanische Bürgerrechtler beim Marsch auf Washington D. C. mit 250.000 Menschen teilte. Ein Traum, der in weiten Teilen Realität werden sollte. „Teile deine Träume“ – das ist auch eine Aufforderung der schwedisch-neuseeländischen Künstlerin Amanda Newall und des in Neuseeland lebenden Psychologen Leon Tan.

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Die Avantgarde in Einzelhaft

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„Luther und die Avantgarde“! Der Titel der Ausstellung im Alten Gefängnis in Wittenberg ist, um im Bild zu bleiben, schon eine gewagte These. 66 internationale, alle als Einzelpositionen bekannte, zeitgenössische Künstler_innen sind hier unter der titelgebenden Avantgarde subsumiert. Das Wirken Martin Luthers als Reformator von Kirche und Gesellschaft dient ihr als Bezugsrahmen und die Künstler_innen wurden gebeten, ihre künstlerische Position zu relevanten Themen der heutigen Gesellschaft wie etwa Freiheit, neue Medien, Individualität, Religion, Widerstand oder soziale Konflikte vorzustellen. Denn Schieflagen oder Unmut unter diesen Überschriften waren bereits vor 500 Jahren Beweggründe für Reformen.

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Die Frage nach dem Wir – Zur Zukunft der Museen

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„Museen sind immer die Frage nach dem Wir“ so formulierte in Anlehnung an Gottfried Benn Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Überschrift für ihre Statements zur Zukunft der Museen und definierte weiter den gesellschaftlichen Auftrag von Museen damit, nicht nur Identität abzubilden, sondern sie auch mit zu formen. Stellvertreter für diesen musealen Auftrag in all seinen Facetten wird, was sonst, der Hoffnungsträger für das Museum des 21. Jahrhunderts schlechthin, das Humboldt-Forum sein. In die Akademie der Künste am Pariser Platz hatte Präsidentin Jeanine Meerapfel die Kulturstaatsministerin zusammen mit Stefan Kraus, dem Direktor des Kolumba Kunstmuseums des Erzbistums Köln, zum zweiten Akademie-Dialog geladen – ein persönliches und doch öffentliches Gesprächsformat, das seit diesem Jahr in der Akademie stattfindet. Thema des Gesprächs: Zur Zukunft der Museen.

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Queer-migrantische Gemütszustände und aktuelle Erfahrungen

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Auf dem schwarzen Boden bleiben die Fußspuren der Besucher als helle Schmutzflecken erhalten. „So wird Migration sichtbar“, sagen die beiden Kuratoren Emre Busse und Aykan Safoğlu. Das schwarze PVC ist ein Tanzboden, mit dem der Ausstellungsraum eigens ausgelegt wurde. Er verändert subtil das Gefühl des eigenen Gehens in ein leicht gefedertes. Die Weichheit des türkischen ğ schwingt so beinahe wie von selbst in den Körper hinein, im Gegensatz zum beschwerlichen Versuch der bewussten sprachlichen Aneignung.

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Kulturverknüpfungen „Über den Teppich“ – eine Ausstellung in der ifa-Galerie

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Leuchtend rote Flusen sind eingebettet in blau-weiße Wellenbewegungen, die in einem tiefen Schwarz münden. Der Titel „Feuer im Ozean“ hilft, das Werk zu deuten, das dennoch in seiner abstrakt malerischen wie gleichsam haptischen Erscheinung irritiert und temperamentvoll in den Raum strebt. Der marokkanische Künstler Mostafah Maftah nennt seine Bildteppiche Farbobjekte und verweist damit von der Kunst auf das Handwerk – und umgekehrt.

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Das Besondere im Normalen

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„Als Vertreter der Generation, die alles von etwas weiß, habe ich auch eine Verantwortung für die junge Besuchergeneration, die von allem etwas weiß“, betonte Paul Spies. Daher sei es eine Selbstverständlichkeit, die digitalen Medien in eine Ausstellung einzubeziehen, neue zukunftweisende Formate zu entwickeln.

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„Die gesamte Welt ist das Milieu“ – ein Porträt der Künstlerin Uli Aigner

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Eine Million. So viele „Topferl“ möchte Uli Aigner bis an ihr Lebensende geschaffen haben. Die österreichische Künstlerin hat sich also einiges vorgenommen, wenn auch die Zahl an Porzellangefäßen durchaus sinnbildlich zu verstehen ist. Vor allem geht es ihr um die vielen, vielen Möglichkeiten der Kreation, der Kommunikation und der Kontakte, die durch Teilen entstehen: „Ich teile eine Idee, ein Objekt, eine Denkweise und komme dadurch zu neuen Themen, die mich interessieren.“

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Welcher Raum für Kunst im öffentlichen Raum?

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Ein wenig heimelig mutet der Raum trotz seiner Kargheit an, Blumen auf einem Blumenständer, ein Kuschelobjekt zum Reinlegen und Bilder an den Wänden. Das könnte, mit etwas gutem Willen, eine Art Wohnzimmer sein – ein Ambiente mit einer Grundausstattung zumindest, wie Menschen es sich erwiesener Maßen immer wieder schaffen, egal wo und wie sie sich niederlassen. Die sich hier letztendlich nicht einlösen wollende Harmonie bleibt folgerichtig, denn präsentiert werden vier unterschiedliche künstlerische Ansätze, die ein roter Faden verbindet: Alles sind Werke von Künstler_innen, die mit und im öffentlichen Raum arbeiten, „Neues von draußen“ eben, drinnen in der Galerie oqbo mit der gleichnamigen Ausstellung.

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