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Sharing Events

  • Fr
    13
    Dez
    2019
    Do
    13
    Feb
    2020
    Mo-Do 12-16 Uhr und nach Vereinbarung Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin
  • Fr
    20
    Dez
    2019
    So
    12
    Jul
    2020
    Kulturforum, Gemäldegalerie Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

    Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wird das Thema „Jüngstes Gericht“ nur noch selten in der bildenden Kunst aufgegriffen. Zahlreiche Bilder, Skulpturen und Reliefs aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit zeugen jedoch von der einstigen Popularität dieses Bildgegenstands. Zu welcher künstlerischen Reife diese Darstellungen gelangten, lässt sich in der Gemäldegalerie eindrucksvoll betrachten, birgt die Sammlung doch herausragende malerische Visionen der Alten Meister. In unmittelbarer Nähe dieser Werke haben die Besucher*innen ab dem 20. Dezember 2019 die Gelegenheit, mit „The Last Judgement Sculpture“ einen kunsthistorischen Zeitensprung zu wagen: In der Wandelhalle können sie erleben, auf welch unvergleichliche Weise der britische Bildhauer Anthony Caro das „Jüngste Gericht“ gestaltet hat.

    Für „The Last Judgement Sculpture“ entwickelte Sir Anthony Caro in den Jahren 1995 bis 1999 eine ganz eigene skulpturale Sprache, die zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changiert. Die Skulpturen aus Steingut, Holz, Stahl, Messing und Beton bilden ein raumgreifendes Ensemble zum übergreifenden Thema „Jüngstes Gericht“. Doch mit jeder einzelnen Figur spannen sich weitere Motivfelder auf. Caro schöpfte sie aus biblischen Texten und der antiken Mythologie, aus den Traditionen der modernen Literatur und der bildenden Kunst.

    „The Last Judgement Sculpture“ verdankt sich jedoch nicht allein der Auseinandersetzung des Bildhauers mit der Kunst- und Kulturgeschichte. Während die meisten seiner Arbeiten ein Loblied auf das Leben in der Sprache der Skulptur seien, so Caro, sei das „Jüngste Gericht“ „ein Kommentar zu gesellschaftlichen und politischen Verhaltensweisen“. Als Triebfeder für die Erschaffung nannte Caro die gewalttätigen Konflikte des 20. Jahrhunderts, insbesondere die Kriegsverbrechen im Kontext der Balkankriege in den 1990er-Jahren.

    Anthony Caro zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der Moderne. Zu Beginn seiner Karriere schuf der Schüler Henry Moores figurative Werke. Ab den frühen 1960er-Jahren wurde er zu einem führendenden Vertreter der abstrakten Bildhauerei. Fundamental für diesen Richtungswechsel waren die Begegnung mit anderen Künstlern wie etwa David Smith sowie der Kontakt zum US-amerikanischen Kunstkritiker Clement Greenberg.

    Bereits die Entstehung von „The Last Judgement Sculpture“ wurde durch den Sammler Reinhold Würth eng begleitet. Bei einem Atelierbesuch überzeugte ihn das Projekt in der Modellphase und er bat Anthony Caro, den er „für den wichtigsten britischen Bildhauer seit Henry Moore“ hält, das Ensemble für die Sammlung Würth zu realisieren. Unmittelbar nach Fertigstellung wurde das Werk erstmals 1999 auf der Biennale in Venedig der Öffentlichkeit präsentiert.

  • Mi
    15
    Jan
    2020
    So
    02
    Feb
    2020
    Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin

    Das Performanceprogramm Rituals of Care verbindet interdisziplinäre Choreografien, Heilungspraktiken, gemeinschaftliches Zusammenkommen und experimentelle Somatik. Vom 15. Januar bis 2. Februar 2020 werden unter anderem Jelili Atiku, Baba Murah und Candomblé Berlin, boychild, Cevdet Erek, Marcelo Evelin, Maria Hassabi, Mette Ingvartsen, Antonija Livingstone und ihre Kollaborationspartner*innen Arbeiten im Gropius Bau präsentieren.

  • Sa
    18
    Jan
    2020
    Mi
    29
    Apr
    2020
    Di-Fr 11-18.30 Uhr, So u. Mo 13-17 Uhr, Sa 13 - 17 UhrAedes Architekturforum, Christinenstraße 18-19, 10119 Berlin

    Das dänische Büro Cobe zählt zu den renommiertesten Vertretern einer neuen Architektengeneration. Mit innovativen Methoden erforscht das Team um Dan Stubbergaard die vielfältigen Potenziale des städtischen Raums und setzt sie in außergewöhnlichen Projekten um. Cobe versteht die Stadt als erweiterten Wohnbereich, in dem sich privater und öffentlicher Raum auf experimentelle Art miteinander verbinden lassen – urbane Lebensqualität ist somit ein zentrales Thema des Büros. Our Urban Living Room präsentiert eine Auswahl realisierter Projekte in Kopenhagen aus den letzten 13 Jahren, darunter der öffentliche Raum Karen Blixens Plads, das Wohnhochhaus The Silo und der Frederiksvej Kindergarten. In einer raumgreifenden Holzinstallation erzählt die Ausstellung anhand vielfältiger Medien zudem von der architektonischen Entwicklung Kopenhagens und geht darauf ein, wie sich diese Veränderungen auf den Alltag der Menschen und ihre sozialen Interaktionen auswirken.

  • Sa
    25
    Jan
    2020
    Sa
    29
    Feb
    2020
    Do - Sa, 12:00-18:00 und nach VereinbarungKUNSTSAELE Berlin, Bülowstrasse 90, 10783 Berlin

    Die von Philipp Bollmann kuratierte Ausstellung "Sehnsucht und Fall" zeigt Videoarbeiten aus der Sammlung Wemhöner. In eigens für die Ausstellung modifizierten Räumen sind in ein- bis dreikanäligen Installationen Werke von Isaac Julien, Bianca Kennedy, Masbedo, Hans Op de Beeck, Alexandra Ranner und Erik Schmidt präsentiert. Ausgewählt wurden Arbeiten, die auf unterschiedlichste Weise essentielle Motive von Liebe, Vergänglichkeit, Natur, Mythologie und Globalisierung aufgreifen und diese in den Kontext von Kultur und Gesellschaft setzen. Gemeinsam ergeben die ausgewählten Werke eine Betrachtung unserer Gesellschaft mit ihren Wünschen und Ängsten, ihren Sehnsüchten nach individueller Freiheit und kultureller Zugehörigkeit in einer an Geschwindigkeit und Komplexität zunehmenden Welt.

     

  • Sa
    25
    Jan
    2020
    So
    22
    Mrz
    2020
    Kunstgewerbemuseum – Staatliche Museen zu Berlin, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

    Im Rahmen seiner „Design Lab“-Reihe präsentiert das Kunstgewerbemuseum die Sonderausstellung „Times of Waste – Was übrig bleibt“, die aus einem transdisziplinären Forschungsprojekt entstanden ist und in Zusammenarbeit mit Flavia Caviezel und Mirjam Bürgin von der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel konzipiert wurde.

    Abfall kann verheissungsvolle Ressource oder lästiger Rest sein, Abfall ist politisch und sozial, vor allem aber unvermeidlich. Abfall verschwindet nie vollständig und hinterlässt immer Spuren: Die Ausstellung rückt das Leben eines Smartphones ins Zentrum und widmet sich einer typischen Alltagstechnologie unserer Zeit, die viele Formen von Abfall hinterlässt, angefangen bei der Gewinnung der enthaltenen Rohstoffe.

    „Times of Waste“ gibt einen Einblick in das gleichnamige Forschungsprojekt, das den Transformationsprozessen des Smartphones und seiner Bestandteile mit künstlerisch-wissenschaftlichen Verfahren nachgeht: Eine Objektbiografie kartiert verschiedene Transportwege und Recyclingrouten und erzählt von ökonomischen Umwandlungen und neuartigen Beziehungen, von lokalen wie globalen Zusammenhängen. Recherchen führen zu Deponien und Schreddern, in Reparaturwerkstätten, Forschungslabors und zu verschiedenen Materialien und Menschen.

    Das Ausstellungssetting ist eine Assemblage verschiedener (medialer) Fragmente, die assoziativ zusammenspielen: eine Videoprojektion mit atmosphärischen Landschaften und Material nahen Blickwinkeln, Übersicht in globale Verknüpfungen liefernde Karten, ein Ton-Essay zur Objektbiografie eines Smartphones und ein modellhaftes Metall-Relikt. Dessen Innenleben archiviert jenes geologisch-materielle Nachleben, das die Smartphone-Entsorgung hervorbringt. Es zeugt davon, dass die Menschen auf der Suche nach Rohstoffen nicht nur die Erdkruste abtragen, sondern sie auch mit neuartigen Abfall-Materialien anfüllen. Um die ausgestellten Abfälle, Karten, Bilder und Töne gruppieren sich verschiedene Texte, die der Frage nachgehen: Wo geht das hin, was übrig bleibt? Und was kann getan werden?

    „Times of Waste – Was übrig bleibt“ ist aus einem Forschungsprojekt entstanden, das von Flavia Caviezel, Mirjam Bürgin, Anselm Caminada, Adrian Demleitner, Marion Mertens, Yvonne Volkart und Sonia Malpeso realisiert und vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert wurde, und das am Institut Experimentelle Design- und Medienkulturen/Critical Media Lab der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel/Schweiz verortet ist. Die Ausstellung basiert auf einer 2017 im Museum der Kulturen Basel und 2018/19 im Gewerbemuseum Winterthur gezeigten Version.

  • Mo
    27
    Jan
    2020
    Di
    05
    Mai
    2020
    Georg Kolbe Museum, Sensburger Allee 25, 14055 Berlin

    Poetisch und radikal ist die lebenslange künstlerische Auseinandersetzung von herman de vries (geb. 1931) mit der Natur. Die retrospektiv angelegte Ausstellung im Georg Kolbe Museum in Kooperation mit dem Umweltbundesamt vereint zentrale Werke aus den vergangenen 50 Schaffensjahren des deutsch-niederländischen Künstlers. Seit seiner Präsentation auf der Biennale in Venedig (2015) zählt er zu den einflussreichsten Protagonisten der Environmental Art. Über die informelle Malerei im internationalen Umfeld der Gruppe ZERO entstand seine Beschäftigung mit der Natur. Die genaue Beobachtung ihrer zyklischen Prozesse und allumfassenden Gesetzmäßigkeiten bilden die Grundlage seiner Arbeit. Seit den 1970er-Jahren lebt herman de vries zurückgezogen im fränkischen Steigerwald, geht dort und weltweit auf ausgedehnte Streifzüge. Gesammeltes archiviert und katalogisiert er in eindrucksvoller Vielfalt und bringt seine naturwissenschaftlich genauen Studien zurück in die Kunst. Wie kein zweiter Künstler wendet er sich früh der in Schieflage geratenen Beziehung von Mensch und Natur zu und hat fernab von schnelllebigen Kunstströmungen ein stringentes Werk geschaffen, das in der heutigen Zeit – nicht nur durch die „Fridays for Future- Bewegung“ und die spürbaren Auswirkungen der Klimakrise – aktuell ist.

    Die Natur als Erfahrung und zugleich als primäre Wirklichkeit ist eine Grundkonstante im Werk von herman de vries. Sammlungen von farbigen Erden, kleinen Rasenstücken oder knorrigen Hölzern gehören ebenso zu seinem Werk wie minimalistische Gemälde, sparsame Grafiken, Materialcollagen, Textsammlungen und Installationen für den öffentlichen Raum. Die intensiven Beobachtungen, die seinen Kunstwerken vorausgehen, schärfen die Sinne für die Wahrnehmung der Natur. Erst durch die Natur wird der Mensch gewahr, dass er Teil eines Ganzen ist, so das universelle Credo des Künstlers. Der französische Philosoph Bruno Latour formulierte in seinem Essay „Das terrestrische Manifest“ treffend, die Menschheit betrachte die Erde wie „vom Sirius aus“ – als wären wir extraterrestrische Wesen. In der radikalen Kausalität der Zusammenhänge müssten die Menschen sich neu erden, also „welthaft“ werden, so Latour.

    Für de vries schafft die Kunst kein Abbild der Natur, vielmehr ist sie ein Vehikel für Bewusstwerdungsprozesse, die durch die sinnlich erfahrbare Natur ausgelöst werden. Diese ästhetische Naturerfahrung beschreibt de vries als „ein staunen und verehren an den rändern der wald- und feldwege“. Für ihn ist im Wald nicht alles grün, vielmehr entdeckt er bei seinem täglichen Gang durch den Wald eine unendliche Vielfalt an Farbtönen. Auch der Boden unter unseren Füßen, der durch Versiegelung und Erosion täglich schwindet, ist nicht von einem undefinierbaren Braun, sondern weist eine breite Farbpalette auf, wie die für die Berliner Ausstellung ausgewählte Serie „from earth: europe“, bestehend aus 66 unterschiedlich farbigen Feldern auf weißem Papier, zeigt. Mit den Mitteln der Kunst erinnert uns herman de vries daran, die Erde nicht kalt und wie von Ferne zu betrachten, sondern aus der Nähe, teilnehmend. Sein Werk legt gleichsam Zeugnis davon ab, dass wir ein neues Verständnis von Natur, Wissenschaft und Ökologie benötigen, wenn wir den Planeten als Lebensgrundlage der Menschheit erhalten wollen.

    Die Ausstellung „herman de vries. how green is the grass?“ ist ein Kooperationsprojekt des Umweltbundesamtes und des Georg Kolbe Museums und wird von Julia Wallner (Georg Kolbe Museum) und Fotini Mavromati (UBA) kuratiert. Zur Ausstellung ist ein Begleitprogramm geplant. Es erscheint ein Katalog mit Essays von Cees de Boer, Stephan Geiger, Sintje Guericke, Fotini Mavromati, Ulrich Mergner, Birgit Schneider und Julia Wallner.