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  • Fr
    20
    Dez
    2019
    So
    12
    Jul
    2020
    Kulturforum, Gemäldegalerie Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

    Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wird das Thema „Jüngstes Gericht“ nur noch selten in der bildenden Kunst aufgegriffen. Zahlreiche Bilder, Skulpturen und Reliefs aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit zeugen jedoch von der einstigen Popularität dieses Bildgegenstands. Zu welcher künstlerischen Reife diese Darstellungen gelangten, lässt sich in der Gemäldegalerie eindrucksvoll betrachten, birgt die Sammlung doch herausragende malerische Visionen der Alten Meister. In unmittelbarer Nähe dieser Werke haben die Besucher*innen ab dem 20. Dezember 2019 die Gelegenheit, mit „The Last Judgement Sculpture“ einen kunsthistorischen Zeitensprung zu wagen: In der Wandelhalle können sie erleben, auf welch unvergleichliche Weise der britische Bildhauer Anthony Caro das „Jüngste Gericht“ gestaltet hat.

    Für „The Last Judgement Sculpture“ entwickelte Sir Anthony Caro in den Jahren 1995 bis 1999 eine ganz eigene skulpturale Sprache, die zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changiert. Die Skulpturen aus Steingut, Holz, Stahl, Messing und Beton bilden ein raumgreifendes Ensemble zum übergreifenden Thema „Jüngstes Gericht“. Doch mit jeder einzelnen Figur spannen sich weitere Motivfelder auf. Caro schöpfte sie aus biblischen Texten und der antiken Mythologie, aus den Traditionen der modernen Literatur und der bildenden Kunst.

    „The Last Judgement Sculpture“ verdankt sich jedoch nicht allein der Auseinandersetzung des Bildhauers mit der Kunst- und Kulturgeschichte. Während die meisten seiner Arbeiten ein Loblied auf das Leben in der Sprache der Skulptur seien, so Caro, sei das „Jüngste Gericht“ „ein Kommentar zu gesellschaftlichen und politischen Verhaltensweisen“. Als Triebfeder für die Erschaffung nannte Caro die gewalttätigen Konflikte des 20. Jahrhunderts, insbesondere die Kriegsverbrechen im Kontext der Balkankriege in den 1990er-Jahren.

    Anthony Caro zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der Moderne. Zu Beginn seiner Karriere schuf der Schüler Henry Moores figurative Werke. Ab den frühen 1960er-Jahren wurde er zu einem führendenden Vertreter der abstrakten Bildhauerei. Fundamental für diesen Richtungswechsel waren die Begegnung mit anderen Künstlern wie etwa David Smith sowie der Kontakt zum US-amerikanischen Kunstkritiker Clement Greenberg.

    Bereits die Entstehung von „The Last Judgement Sculpture“ wurde durch den Sammler Reinhold Würth eng begleitet. Bei einem Atelierbesuch überzeugte ihn das Projekt in der Modellphase und er bat Anthony Caro, den er „für den wichtigsten britischen Bildhauer seit Henry Moore“ hält, das Ensemble für die Sammlung Würth zu realisieren. Unmittelbar nach Fertigstellung wurde das Werk erstmals 1999 auf der Biennale in Venedig der Öffentlichkeit präsentiert.

  • Mo
    18
    Mai
    2020
    So
    16
    Aug
    2020
    Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

    Die Gruppenausstellung EINTRITT IN EIN LEBEWESEN hätte Ende März eröffnen sollen. Aufgrund des Ausbruchs der Coronapandemie musste sie verschoben werden und nun wird sie ab 18. Mai im Kunstraum Kreuzberg unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelungen zu sehen sein. Bei der Konzipierung der Ausstellung vor zwei Jahren war noch nicht absehbar, wie sehr das Thema in diesen Zeiten von Corona aktuell sein würde: Lock-in, Home-Office, Zoom-Konferenzen, Live-Streamings auf YouTube und anderen Plattformen prägen unseren Alltag während amazon und Lieferando die Profite machen, die bei kleineren Unternehmen ausbleiben. Plattformkapitalismus setzt sich immer mehr in unserem Alltag und in der Arbeitswelt fest. Die Ausstellung blickt kritisch auf diese Entwicklungen, die sich bereits seit Jahren abzeichneten.

    1977 zeigte Joseph Beuys auf der documenta 6 seine Installation „Honigmaschine am Arbeitsplatz“, die in Schläuchen und Rohren Honig durch die Ausstellung pumpte. Die Arbeit versinnbildlicht Beuys’ Vorstellung vom erweiterten Kunstbegriff und von der sozialen Skulptur. „Jeder Mensch ist ein Künstler“ lautet seine berühmte Devise – nicht weil jede*r malen, tanzen oder musizieren kann, sondern weil wir alle durch unsere schöpferische Energie zu einer kollektiven Kreativität beitragen, die das eigentliche Kapital und Potential einer Gesellschaft ist, was Beuys auf die Formel „Kunst = Kapital“ bringt. Der Honig als „geistige Kraftnahrung des Kosmos“ (Beuys) verkörpert diese kollektive Kreativität.
    Heute liefern wir unseren kreativen „Honig“ ganz freiwillig bei Internet-Unternehmen wie Google, Facebook, Twitter, TikTok oder Amazon ab. Computer und Smart­phones, Online-Lautsprecher und Fitness-Armbänder laden einen Großteil unserer Daten auf die Server dieser Firmen. Selbst Leihfahrräder und E-Scooter sammeln unsere Bewegungsdaten. Jeder Klick, jedes Like, jedes gepostete Foto und jeder Online-Kommentar von uns ist Kraftnahrung für die Unternehmen des „Überwachungs­kapitalismus“ ( Shoshana Zuboff ). Diese nutzen unsere Daten, um Werbung zu verkaufen, Prognosen über unser Verhalten anzustellen und ihre Algorithmen und ihre KI zu optimieren, um konkurrierenden Firmen den Marktzutritt so schwer wie möglich zu gestalten.

    Die Ausstellung EINTRITT IN EIN LEBEWESEN hat ihren Titel von einem Vortrag, den Joseph Beuys 1977 während der documenta über die soziale Skulptur hielt. Sie ver-folgt diese Idee in die Gegenwart, in der viele im Internet und den sozialen Medien kreative Leistungen anbieten, aber nur wenige davon finanziell profitieren. Die Ausstel­lung wird von einer Veranstaltungsreihe begleitet. Sie bringt Kunstwerke aus mehr als vierzig Jahren zusammen, um zu verstehen, was zwischen der Entwicklung der sozialen Skulptur und dem Aufstieg von Plattform-Kapitalismus und Gig Economy geschehen ist und wie dieser Prozess in der Kunst bisher reflektiert wird.

    Künstler*innen:
    Cory Arcangel, Joseph Beuys, Aram Bartholl, Natalie Bookchin, Irene Chabr, James Coupe, Andy Deck, Constant Dullaart, Mark Flood, John D. Freyer, Aaron Koblin & Daniel Massey, Steffen Köhn, JODI, Miranda July & Harrell Fletcher, Olia Lialina, Jonas Lund, Judy Malloy, Michael Mandiberg, NEOZOON, Omsk Social Club, Nam June Paik, Mark Salvatus, Sebastian Schmieg & Silvio Lorusso, Ralph Schulz, Guido Segni, Johannes Stüttgen, Alex Tew, Amalia Ulman, Van Gogh TV

    Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 116 Seiten und 89 Abbildungen

    Idee und Konzeption: Tilman Baumgärtel
    Koordination und Realisierung: Nadia Pilchowski, Jorinde Splettstößer
    Technische Ausstellungsproduktion: Kristoffer Holmelund
    Mitarbeit: Elisabeth Kroegel, Lena Fetköther, Mareen Linsner, Linnéa Meiners

  • Do
    21
    Mai
    2020
    Sa
    11
    Jul
    2020
    Di - So 11-13 UhrRathausgalerie Kunsthalle, Marienplatz 8, 80331 München

    Ausstellung mit Uli Aigner, Stefan Wischnewski, Werner Reiterer, Sylvia Eckermann, Michaela Melian, Hand Kupelwieser, Brigitte Kowanz, Jochen Traar, Claudia Wieser, Heimo Zobernig, Marlene Haring, west/bretterbauer, Gregor Hildebrandt, Sonia Leimer, Sofia Goscinski, Olaf Metzel, Tina Haase, Anne Schneider, Leopold Kessler, Toni Schmale, Judith Fegerl, Timm Ulrichs, Manfred Erjautz, Leonie Felle & Esther Stocker.

    Die Ausstellung art & function präsentiert skulpturen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, die sich durch spartenübergreifendes Denken und Agieren auszeichnen. Sie haben die Gestaltung funktionaler Objekte in ihr Werk integriert unter Beibehaltung ihrer eigenen markanten Formen- und Materialsprache. Skulpturale und praktikable Aspekte bilden in den Arbeiten eine Symbiose. Diese Kunstobjekte mit Gebrauchsfunktion wirken kommunikativ, über sie lässt sich verbindendes, aber auch trennendes zwischen freier Kunst und angewandter Kunst herausfinden.

    Die Reihe art & function der wiener Kuratorin Sabine Kienzer, die bereits in verschiedenen Stationen in Österreich gezeigt wurde, vereint in der Rathausgalerie Kunsthalle erstmals künstlerische Positionen aus Österreich und Deutschland (auch München) in einer gemeinsamen Schau.

    Eintritt frei, Voranmeldung nicht erforderlich. Verantwortlich für das Ausstellungsprogramm der Rathausgalerie Kunsthalle: Johannes Muggenthaler

  • Di
    02
    Jun
    2020
    So
    30
    Aug
    2020
    Di–Sa und an Feiertagen 10:00 – 17:00CAMERA AUSTRIA, Lendkai 1 8020 Graz, Austria

    Isa Rosenberger richtet in ihrer künstlerischen Praxis immer wieder den Blick auf vergessene (oder verdrängte) Geschichte(n), um für diese einen Kontext in der Gegenwart zu eröffnen und damit auch alternative Lesarten von Geschichte zu ermöglichen. Im Jahr 1934 war im Volksheim Ottakring (heute Volkshochschule Ottakring) in Wien ein Tanzspiel von Gertrud Kraus mit dem Titel »Die Stadt wartet« zu sehen, das auf Maxim Gorkis Märchen »Musik der Großstadt« basierte. Kraus’ Choreografie reflektierte sowohl den Weg eines Jugendlichen in die große Stadt als auch seine Ängste und seine Faszination gegenüber dem Leben in der Metropole. Gertrud Kraus selbst tanzte den Jugendlichen. Es existiert – nach jetzigem Stand – allerdings kein einziges Foto dieser Aufführung. Isa Rosenbergers Projekt versteht sich als Versuch einer Annäherung an diese Leerstelle und historische Lücke. Rosenberger kooperiert mit der Künstlerin und Tänzerin Loulou Omer, deren Mutter Zipora Lerman eine Schülerin von Gertrud Kraus in Tel Aviv war. Die Ausstellung orientiert sich an der Idee der »Bühne« als performativer Raum, der auch als Brennpunkt des Politischen und des Sozialen verstanden werden kann. In einer Art »Aufführung« werden die verschiedenen Komponenten des Projekts bei Camera Austria räumlich in Szene gesetzt: Fotografien, Videos, Archivmaterialien, Workshop-Ergebnisse, Skizzen und Performances.

    Zur Ausstellung erscheint eine gleichnamige Publikation in der Edition Camera Austria mit einem Text von Nora Sternfeld (ger./eng.).
    Edition Camera Austria, Graz 2020.
    32 Seiten, 13 × 21 cm, zahlreiche Farbabbildungen.
    ISBN 978-3-902911-56-8

  • Do
    04
    Jun
    2020
    Fr
    29
    Jan
    2021
    Di - Fr 14.00 - 18.00 UhrAlexander Tutsek-Stiftung, Karl-Theodor-Straße 27, 80803 München

    Die Alexander Tutsek-Stiftung freut sich, nach dem Corona-bedingten Shutdown der Kulturinstitutionen jetzt ihre Räume wieder für Besucher*innen öffnen zu können. Am Donnerstag, den 4. Juni, beginnt die neue Ausstellung »About Us. Junge Fotografie aus China«, die bis zum 29. Januar 2021 läuft. Die Ausstellung versammelt eine Auswahl von 70 Fotoarbeiten aus den letzten 20 Jahren. Alle ausgestellten Werke stammen aus der von Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek aufgebauten Sammlung der Stiftung. Die Ausstellung dokumentiert die Suche einer jungen Generation von Fotografen*innen und Künstler*innen nach einem eigenen Selbstverständnis und einer neuen Bildsprache.

    Wie sehen Bilder aus, die zwischen Traum, Rausch und der Wirklichkeit einer sich radikal wandelnden Gesellschaft entstehen? Hin- und hergerissen zwischen den in der Kindheit und Jugend gesammelten Erfahrungen, ihrer Herkunft aus einem oft ländlich geprägten Umfeld und den neuen Herausforderungen, die ein Leben in Megastädten wie Peking, Shanghai oder Chengdu mit sich bringen, erzählen die Arbeiten von den höchst individuellen Lebenswelten der Künstler*innen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Themen kreisen unter anderem um Selbstwahrnehmung, subjektive Erfahrungen und alltägliche Lebensformen. Fast alle Gattungen von Porträt-, Landschafts- und Dokumentarfotografie bis hin zur experimentellen Fotografie und künstlerischen Fotoinstallationen sind vertreten und geben einen Eindruck von der Bandbreite, der in der Ausstellung vertretenen Positionen.

    »About Us. Junge Fotografie aus China« vereint mit Preisen vielfach ausgezeichnete, international gezeigte Künstler wie u.a. Yang Fudong (documenta 11, Venedig Biennale 2007), Ren Hang (1987 – 2017, Maison Européenne de la Photographie, C|O Berlin) oder Jiang Pengyi (DSL Collection, Paris; UniCredit Art Collection) neben im Westen noch unbekannteren „Newcomern“, wie u.a. Liang Xiu (eine der wenigen weiblichen Künstlerinnen in China, die mit dem Medium der Fotografie arbeiten) oder Wang Ningde, dessen Schwarz-Weiss Fotografien eine Welt jenseits des modernen China widerspiegeln.

  • Sa
    27
    Jun
    2020
    Sa
    27
    Mrz
    2021
    Sa, 10 bis 18 Uhr ERES-Stiftung Kunst + Wissenschaft, Römerstr. 15, 80801 München

    Den Wald mit allen Sinnen spüren. Dafür müssen Sie nicht weit reisen. In der neuen Ausstellung der ERES-Stiftung ist Natur ab 27. Juni mitten in der Stadt zu erleben, doch in ungewohnter Form. Denn die Zeile „And the forests will echo with laughter ...“ aus einem Led Zeppelin-Song führt mitten hinein in einen künstlerisch-abstrakten Waldparcours – ohne Bäume.

    Im Fokus der Ausstellung „And the FORESTs will echo with laughter …“ – Wald ohne Bäume in Kunst + Wissenschaft steht der Wald als sozialer Raum. Sein Ökosystem funktioniert auf der Basis von Vernetzung, Austausch und Symbiose. Vor unseren Augen verborgen, spielen sich komplexe Prozesse ab, die nicht nur für die beteiligten Organismen lebenswichtig sind. Denn der Wald ist mehr als nur Bäume: Als Wirtschaftsgut, Lebensraum, Sauerstoffproduzent, CO2- und Wasserspeicher, aber auch als Sehnsuchtsort, mystischer Raum und Gegenentwurf urbaner Zivilisation spielt er für den Menschen eine essentielle Rolle. Zeitgenössische künstlerische Positionen eröffnen unerwartete Zugänge in das Bedeutungsdickicht Wald, naturwissenschaftliche Vorträge werfen Schlaglichter auf das faszinierende Wood Wide Web.

    Künstler
    John Baldessari, Luisa Baldhuber, James Benning, Persijn Broersen & Margit Lukács, John Cage, Miriam Ferstl, Fischli / Weiss, Tue Greenfort, Wolfgang Kaiser, Martin Kippenberger, Marcellvs L. & Munan Øvrelid, Klaus Littmann, Marcus Maeder, Antje Majewski, Albert Oehlen, Daniel Roth, Michael Sailstorfer, Hans Schabus.

    Ein spannendes Wissenschaftsprogramm beleuchtet den Wald mit Blick auf Klimawandel, Zoonosen und als faszinierendes Kommunikationssystem.

    Einlass nur nach Online-Voranmeldung unter www.eres-stiftung.de/besuch