close

Ticker

____________________

PERSPEKTIVE – deutsch-französischer Fonds für zeitgenössische Kunst und Architektur

PERSPEKTIVE ist ein Deutsch-Französischer Fonds für zeitgenössische Kunst und Architektur, der den künstlerischen Austausch zwischen den beiden Ländern fördert. Initiiert vom Bureau des arts plastiques werden bereits zum vierten Mal deutsche und französische Initiativen aufgerufen, sich mit ihren Projekten zu bewerben. Im Mittelpunkt steht der Gedanke des Austauschs und des Dialogs: Begegnungen von Künstler_innen, Architekten_innen und Kunstvermittler_innen beider Länder sollen gefördert werden, um Ideen, Werke und Diskurse grenzüberschreitend zu verbreiten. Unterstützt wird die Initiative vom Auswärtigen Amt Frankreichs, dem französischen Kulturministerium, dem Institut français und dem Goethe-Institut.
Noch bis zum 1. Dezember können sich Projekte um die Förderung bewerben.

Das Förderprogramm PERSPEKTIVE richtet sich an öffentliche und private Einrichtungen wie Museen, Kunst- und Architekturzentren, Kunstvereine, Galerien, Architekturbüros und unabhängige Ausstellungsräume im Bereich der zeitgenössischen Kunst und Architektur in Deutschland und in Frankreich. Eine unabhängige deutsch-französische Fachjury unter der Leitung von Adeline Blanchard (Leiterin des Bureau des arts plastiques) wählt die Siegerprojekte aus. Die Bekanntgabe der Projekte, die in 2018 von PERSPEKTIVE unterstützt werden, erfolgt im Februar. (PM)

____________________

UNESCO-Weltbericht: Anstieg von Internetsperren durch Regierungen weltweit

Im Jahr 2017 gab es weltweit bisher 61 Blockaden des Internets, so genannte Shutdowns, durch Regierungen. Das sind mehr als dreimal so viele Internetsperren wie noch im Jahr 2015 (18). Das stellt der UNESCO-Bericht „Weltweite Trends – Meinungsfreiheit und Medienentwicklung“ fest, der am 6. November am UNESCO-Hauptsitz in Paris vorgestellt wird. Die meisten der 116 seit Januar 2016 durchgeführten Blockaden des Internets wurden in Asien verzeichnet, insbesondere aufgrund der hohen Zahlen in Indien (54) und Pakistan (11). Die Autoren erläutern in dem Weltbericht weitere Entwicklungen der Meinungsfreiheit zwischen 2012 und 2017. Sie warnen vor einer Einschränkung der Informations- und Kommunikationsfreiheit unter anderem durch Massenüberwachung, Algorithmus-basierte Gewichtung von Nachrichten und mangelnde Unabhängigkeit von Medien.
“Die Kommunikations- und Informationsfreiheit steht in vielen Ländern der Welt unter Druck. Regierungen überwachen zunehmend den Informationsfluss, fordern die Sperrung von Inhalten oder sperren diese selber. Das ist schädlich für die Entwicklung von Gesellschaften. Doch auch der Informationsfluss auf privaten Internetplattformen ist eine Herausforderung: Nicht immer ist klar, nach welchen Regeln die Plattformanbieter Inhalte löschen und wie Nutzerinnen und Nutzer darauf reagieren können. Hier brauchen wir unbedingt mehr Transparenz und Kooperationsbereitschaft seitens der Unternehmen“, fordert Professor Wolfgang Schulz, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls für Kommunikations- und Informationsfreiheit in Hamburg.
Die Autoren des Berichts verweisen auch auf positive Entwicklungen: Die Anzahl der Staaten, in denen Gesetze zur Informationsfreiheit erlassen wurden, ist von 90 im Jahr 2012 auf 112 im Jahr 2016 gestiegen. Besonders viele der Gesetze traten in Afrika und der Asien-Pazifik-Region in Kraft. Laut Autoren mangelt es jedoch weltweit weiterhin an einer konsequenten Umsetzung der bestehenden Gesetze. Ebenfalls positiv bewertet wird, dass sich UNESCO-Mitgliedstaaten auf das Konzept der „Internet Universalität“ geeinigt haben. Dieses legt fest, dass das Internet menschenrechtsbasiert, offen und zugänglich sein sowie unter Beteiligung aller betroffenen Akteure geregelt werden muss. Netzneutralität ist dafür eine Voraussetzung.
Weitere Informationen

____________________

Krefelder Wohnprojekt „Alte Samtweberei“ ausgezeichnet

Wohnen als aktives und sozial gerechtes Zusammenleben: eine Idee, die in der „Alten Samtweberei“ in Krefeld in die Tat umgesetzt wurde. Seit 2013 ist hier aus einem einstigen, leerstehenden Industriebauwerk eine lebendige, gemeinschaftliche und gemischt genutzte Immobilie entstanden, deren innovatives Wohnprojekt nun mit dem „NRW-Landespreis für Architektur, Wohnungs- und Städtebau – Gutes Bauen im öffentlich geförderten Wohnungsbau“ belohnt wird. Die Preisverleihung fand am 9. Oktober um 17 Uhr im Kunstmuseum K21 in Düsseldorf statt.

Die Jury bezeichnet das Konzept „Alte Samtweberei“ als „einfach und intelligent“, „ein Wohnungsbauprojekt, das die vielfältigen gewerblichen, kulturellen und gemeinschaftlichen Nutzungen abrundet und zur Ausbildung eines besonderen und vitalen Orts in einem ehemals problematischen Gründerzeit-Quartier sinnfällig beiträgt.“ Ausgezeichnet werden neun weitere herausragende NRW-Wohnkonzepte mit erschwinglichen Mieten.

Die „Alte Samtweberei“ in Krefeld zeigt, dass in NRW längst Praxis ist, was bundespolitisch diskutiert wird: mit einfachen Mitteln und nachbarschaftlichem Engagement bezahlbaren und gemeinwohlorientierten Wohnraum schaffen, der förderliche Impulse für die gesamte Stadtentwicklung gibt. Das Projekt beherbergt 37 Wohneinheiten, mit heterogen durchmischter Mieterschaft, etwa 50 Unternehmen aus der Kreativwirtschaft, diverse Vereine und zusätzliche Gemeinschaftsräumlichkeiten. Für den Bestand und das soziale Miteinander leisten alle Mieter sogenannte Viertelstunden, mit denen sie Projekte der Nachbarschaft aktiv unterstützen. Zudem bleibt das Projekt durch den Rückfluss der erzielten Mietrendite auch wirtschaftlich durch und durch gemeinwohlorientiert: Der ehrenamtliche Viertelsrat entscheidet, in welche nachbarschaftlichen Projekte bis zu 60.000 € pro Jahr gesteckt werden, die wiederum dem Wohnumfeld und den Bewohnern zugutekommen. (PM)

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter:
www.samtweberviertel.de und www.montag-stiftungen.de/inka

____________________

Berlinische Galerie: Dauerausstellung für Blinde und Sehbehinderte

Erstmalig in Deutschland ist die Dauerausstellung eines Kunstmuseums für blinde und sehbehinderte Menschen eigenständig zugänglich: In enger Kooperation mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat die Berlinische Galerie über zwei Jahre daran gearbeitet, die Sammlungspräsentation „Kunst in Berlin 1880–1980“ mit Tastmedien, Leitsystem und einer Museums-App auszustatten, um ein inklusives Kunsterlebnis zu schaffen.

In einem Fachworkshop am Freitag, den 24. November 2017 von 9:30 bis 13:00 Uhr, sollen nun die Erfahrungen ausgewertet und die Übertragbarkeit auf andere Ausstellungen ausgelotet werden. Die Projektbeteiligten werden den Verlauf und die Ergebnisse des Kooperationsprojekts „Kultur mit allen Sinnen“ vorstellen und im Anschluss die Erfolge, aber auch Herausforderungen reflektieren und Perspektiven für andere Museen diskutieren.

____________________

»Lars Day Preis – Zukunft der Erinnerung« für Jugendbegegnungsprojekt »Dikh angle! Nach vorne schauen!«

Am Dienstag, dem 7. November, wird zum zweiten Mal der mit 5.000 Euro dotierte »Lars Day Preis – Zukunft der Erinnerung« in der W. Michael Blumenthal Akademie verliehen. Preisträger ist in diesem Jahr das Berliner Jugendbegegnungsprojekt »Dikh angle! Nach vorne schauen!« des Bundesverbands Amaro Drom e.V.  Durch den Abend führt Slam-Poetin Fatima Moumouni, die Laudatio hält Yasemin Shooman, Leiterin der Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin.

Mit dem »Lars Day Preis – Zukunft der Erinnerung« werden seit 2016 Projekte ausgezeichnet, die sich in zukunftsweisender Form mit nationalsozialistischen und anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit auseinandersetzen und für ein gleichberechtigtes Zusammenleben engagieren.

Preisträger »Amaro Drom e.V.« : »Das Projekt bearbeitet die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma, die im öffentlichen historischen Bewusstsein bislang nur unzureichend präsent ist«, so die Begründung der Jury. Der Bundesverband Amaro Drom e.V. (»Unser Weg«) ist eine interkulturelle Jugendselbstorganisation von Roma und Nicht-Roma in Berlin. In Gedenken an den Genozid an den europäischen Sinti und Roma findet seit 2015 jährlich die Jugendbegegnung »Dikh angle! Nach vorne schauen!« im Rahmen des Amaro Drom-Projektes »Dikhen amen! Seht uns!« statt. Die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Familien- und Verfolgungsgeschichte ermöglicht jungen Roma und Sinti aus dem gesamten Bundesgebiet ein besseres Verständnis im Umgang mit Alltagsrassismus zu entwickeln. Mit ihrem Engagement tragen sie zu einer vielfältigen Erinnerungskultur bei.

»Auch die nach 1945 anhaltende Diskriminierung wird thematisiert und damit ein wichtiger Gegenwartsbezug hergestellt. Das Projekt ist partizipativ angelegt und bezieht die Perspektiven der beteiligten Jugendlichen in vorbildlicher Weise mit ein. Und schließlich leistet es einen Beitrag zum Empowerment der nach wie vor gesellschaftlich marginalisierten Gruppe der Sinti und Roma«, so die weitere Begründung der Jury. (PM)

Der Lars Day Preis – Zukunft der Erinnerung: Der Preis würdigt Organisationen, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen, die gemeinsam mit jungen Menschen die Erinnerung an nationalsozialistisches Unrecht und weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit der Verantwortung für den Erhalt der Demokratie und ein gleichberechtigtes Zusammenleben in Vielfalt verbinden. Ziel ist es, die Teilhabe von Migranten und andere im Erinnerungsdiskurs bislang marginalisierte Gruppen sichtbar zu machen. Es werden Projekte gewürdigt, die nachhaltige Wirkung erzielen sowie Lehrkräfte und Multiplikatoren erreichen. 2016 waren die Preisträger das Berliner Projekt »AKRAN – Peer-to-Peer gegen Vorurteile« der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. und Annette Dorothea Weber, Regisseurin und künstlerische Leiterin des COMMUNITYartCENTERmannheim für ihre Inszenierung des Theaterstücks »Zigeuner-Boxer«.

____________________

Caritas, Diakonie und DRK starten Kältehilfe

Caritas, Diakonie und DRK starten am 1. November 2017 die Berliner Kältehilfe. Bis zum 31. März 2018 bieten evangelische und katholische Kirchengemeinden sowie Einrichtungen von Caritas und Diakonie bereits im 28. Jahr obdachlosen Menschen eine Übernachtung im Warmen. In Kooperation mit der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales und den Berliner Bezirksämtern wird dieser besonders hilfebedürftigen Personengruppe während der kalten Wintermonate Hilfe, Unterkunft und Schutz vor Kälte und drohendem Erfrierungstod geboten. Zum Start der Kältehilfe stehen 689 Notübernachtungsplätze zur Verfügung (durchschnittlich 548 Plätze pro Wochentag speziell für die Kältehilfe plus 141 Ganzjahresplätze). Es ist geplant, die Zahl bis Ende des Jahres auf 1000 Notübernachtungsplätze auszubauen.

Neben den Kältebussen der Berliner Stadtmission wird auch das DRK mit seinem Wärmebus unterwegs sein. Die Busse verteilen Schlafsäcke sowie Winterkleidung und fahren hilfebedürftige obdachlose Menschen zu den Notunterkünften. Bürger können über das Berliner Kältehilfetelefon der GEBEWO hilflose Personen melden und Informationen zu den Hilfsangeboten einholen. Das Kältehilfetelefon ist täglich von 19:00 bis 23:00 Uhr unter folgender Telefonnummer zu erreichen: 030 810 560 425. Erstmals kann man seit diesem Jahr mit einer neuen „App“ und einem Smartphone auf die Angebote der Berliner Kältehilfe zugreifen. Die neue „Kältehilfe-App“ findet man für Android und IOS in den bekannten „playstores“. Eine Übersicht der Projekte der Berliner Kältehilfe finden Sie unter:  www.kaeltehilfe-berlin.de

„Die Kältehilfe darf kein Ausfallbürge für eine nicht ausreichend funktionierende Wohnungslosenhilfe sein. In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Kältehilfeplätze verdreifacht. So kann es nicht weiter gehen. Die Kältehilfe ist eine reine Überlebenshilfe für Menschen, die vom regulären Hilfesystem nicht erfasst werden. Wir brauchen Unterbringungsmöglichkeiten mit angemessenem Standard und sozialer Beratung. Wir brauchen Wohnungen statt Unterkünfte“, so Barbara Eschen, Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

„Die Wohnungsnot in Deutschland wird zu einem immer drängenderen Problem. So auch in Berlin. Wohnungslose und Obdachlose bleiben auf der Strecke. Die Verantwortung dafür wird seit Jahren hin- und hergeschoben. Wir brauchen in Berlin ein Strategieforum mit allen beteiligten Senatsverwaltungen, Bezirken und Wohlfahrtsverbänden. Die Politik gegen Wohnungslosigkeit gehört ins Kanzleramt. Bund, Länder und Kommunen müssen das Problem gemeinsam anpacken“, so Caritasdirektorin Ulrike Kostka. (PM)

____________________

 »Preis für Verständigung und Toleranz« geht dieses Jahr an den Siemens-Chef Joe Kaeser und Joachim Gauck, Bundespräsident a.D.

Am Samstag, dem 11. November 2017 verleiht das Jüdische Museum Berlin zum 16. Mal den »Preis für Verständigung und Toleranz«. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr an Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, und Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., verliehen. Die Laudatoren sind Bundesaußenminister Sigmar Gabriel für Joe Kaeser und Sir Christopher Clark, Historiker und Regius Professor of History an der University of Cambridge, für Joachim Gauck. Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums Berlin, wird die Preise überreichen.


Mit dem »Preis für Verständigung und Toleranz« werden seit 2002 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik ausgezeichnet, die sich auf herausragende Weise um Verständigung und Toleranz verdient gemacht haben. Der Preis wird traditionell im Rahmen des Jubiläums-Dinners gemeinsam von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Jüdisches Museum Berlin und dem Museum verliehen.

 

____________________

Neuerscheinungen im JOVIS Verlag

Schulen planen und bauen 2.0Grundlagen, Prozesse, Projekte
Montag Stiftungen Jugend und Gesellschaft (Hg.)
Kann Kunst am Bau den Charakter eines Gebäudes poetisieren? Kann sie die Funktion eines Raums transzendieren? Und wie wirken Bilder, Worte, literarische Texte auf uns, wenn sie Teil unserer alltäglichen Umgebung werden? In ihrer Gestaltung für das von Auer + Weber geplante neue Hauptgebäude der Sparkasse Allgäu in Kempten thematisiert die Berliner Künstlerin Brigitte Waldach Natur als Gedankenlandschaft. Geschichte und Geschichten – gespiegelt durch literarische Texte – sind dem Gebäude über vier Stockwerke buchstäblich eingeschrieben. Auf gläsernen Trennwänden sind Textfragmente von Friedrich Nietzsche, Ingeborg Bachmann, Heiner Müller und Durs Grünbein lesbar. In den Besprechungsräumen hingegen bilden Prosatexte von Peter Handke regelrechte Schriftwolken – eine dichte Textmatrix, die den Bezug vom Zentrum zur Peripherie, von innen nach außen erfahrbar macht.
Brigitte Waldach studierte Germanistik an der TU Berlin und Freie Kunst und Malerei an der Hochschule der Künste Berlin bei Georg Baselitz, dessen Meisterschülerin sie 2000 wurde. Nach ihrem Studium wurde sie international bekannt durch ihre Arbeiten zu gesellschaftlich relevanten Themen.

– ISBN 978-3-86859-437-9, 424 Seiten, zahlr. Abb. EUR (D) 34,80

Die ambivalente StadtGegenwart und Zukunft des öffentlichen Raums
Jürgen Krusche (Hg.)
In welchen Städten möchten wir heute und in Zukunft leben? Wie verändern die Angst vor Terror und die großen Migrationsbewegungen, aber auch soziale Unterschiede unsere öffentlichen Räume? Welche Akteure sind an den komplexen Transformationen beteiligt?
Die ambivalente Stadt setzt sich mit der zunehmenden Fragmentierung unserer Städte als Reaktion auf den wachsenden politischen, ökonomischen und sozialen Druck auseinander. Im Fokus steht die immer stärker werdende Forderung nach Sicherheit und Überwachung und das damit einhergehende Schwinden frei zugänglicher öffentlicher Räume, sozialer Durchmischung und kommunaler Teilhabe. Als Gegenpol werden partizipative und selbst verwaltete Bewegungen vorgestellt, die sich diesen verschließenden Tendenzen entgegenstellen. Ergänzend dazu wird die Rolle der Fotografie in der Stadtforschung näher beleuchtet. Das Buch plädiert – auch in scheinbar unsicheren Zeiten – für gesellschaftliche Vielfalt und eine neue Relevanz des Konzepts der Offenen Stadt.
– ISBN 978-3-86859-467-6, 176 Seiten, ca. 75 farb. und s/w Abb., EUR (D) 28,00

____________________

Kunstwettbewerb für die Modularen Flüchtlingsunterkünfte entschieden

Am 28. Juni 2017 kam der von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten ausgelobte Berlinweit offene, zweiphasige Kunstwettbewerb „Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge“ zu seinem Abschluss.
Unter dem Vorsitz der Künstlerin Barbara Holub empfahl das Preisgericht zwei Arbeiten zur Realisierung: „RADIO CONNECTION“ der Künstlerin Susanne Bayer (1. Preis) und „RESIDENZPFLICHT“ der Künstlerinnengruppe msk7 (2. Preis).
„RADIO CONNECTION“ bietet Bewohner*innen der Flüchtlingsunterkünfte sowie Anwohner*innen die Möglichkeit, 3-mal pro Woche eine Stunde Radio zu produzieren; ausgestrahlt werden die Radiobeiträge von Pi Radio über die freie Radiofrequenz UKW 88,4 MHz. Das partizipative Projekt der Künstlerin Susanne Bayer überzeugte das Preisgericht nicht zuletzt durch das gewählte Medium Radio, „eine relevante und gegenwärtig wirksame Kunstform“. Das Preisgericht schreibt weiter: „[…] Positiv wird bewertet, dass das Projekt als Radiokunst zur akustischen Stadterkundung einlädt. Die künstlerische Bandbreite, die Radio bietet, reicht von Experimenten über Interviews bis zur Musikübertragung, die einen Austausch ermöglicht. Spannend ist die Möglichkeit der Skalierungen (lokal in den Unterkünften) und großräumlich.“Der Entwurf „RESIDENZPFLICHT“ der Künstlerinnengruppe msk7 (Mona Babl, Kati Gausmann, Ricarda Mieth, Anja Sonnenburg) „versteht sich als künstlerische Intervention an Orten, die einen gesellschaftlichen Übergang markieren.“ In einem international ausgeschrieben Open Call vergeben die Verfasserinnen zehn einmonatige Artist-in-Residence an allen zehn Standorten. Ziel sei es, „mit einer Vielfalt künstlerischer Positionen die in sich geschlossenen Flüchtlingsunterkünfte temporär für Ansätze und Entwicklungen zeitgenössischer Kunst zu öffnen, den Künstler*innen und den Geflüchteten alltägliche Berührungspunkte zu ermöglichen, um vor Ort den Austausch kulturell unterschiedlicher Ideen und Ansichten anzuregen und von dort nach außen zu tragen,“ so die Verfasserinnen. Darüber hinaus würdigte das Preisgericht den Wettbewerbsbeitrag des Künstlers Via Lewandowsky „FAHRBEREITSCHAFT“ mit einem 3. Preis und sprach Anerkennungen aus für den Entwurf „Slogan“ der Künstlerin Josefine Günschel und „Altar/ NORMA XL_try to be norma“ der Künstlerin Beate Huss.
Hintergrund des Kunstwettbewerbs war die Initiative des Landes Berlin zum Bau von landeseigenen Immobilien für eine angemessene Unterbringung von Geflüchteten, die aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten, insbesondere aus Syrien, Afghanistan und Irak nach Berlin gekommen sind. An 10 Standorten ist auf der Grundlage eines Entwurfs der Abteilung Hochbau der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ein modulares Bausystem entwickelt worden, das in Fertigbauweise hergestellt und in kurzer Zeit montiert werden kann.

Aufgabe des Kunstwettbewerbs war es, für diese zehn Standorte einen künstlerischen Entwurf zu erarbeiten, der sich thematisch mit der geplanten Nutzung als Orte auseinandersetzt, an denen Menschen verschiedener Herkunft, Nationalität, Weltanschauung und Altersgruppe nach ihrer Flucht vor Krieg und Gewalt in einem fremden Land eine erste Zuflucht und gleichzeitig einen Weg in die hiesige Gesellschaft finden können.

____________________

Für ein Europa der Toleranz und Vielfalt: Bericht der Bundesregierung zum Kulturerbe der Deutschen im östlichen Europa vom Kabinett verabschiedet
Das Bundeskabinett hat am 14. Juni 2017 den von Kulturstaatsministerin Monika Grütters vorgelegten Bericht über die Maßnahmen zur Förderung der Kulturarbeit gemäß § 96 Bundesvertriebenengesetz (BVFG) in den Jahren 2015 und 2016 gebilligt. Die Bundesregierung ist verpflichtet, dem Deutschen Bundestag regelmäßig über die Kultur- und Wissenschaftsförderung des Bundes nach § 96 BVFG zu berichten. Der Bericht erläutert die Förderakzente der Bundesregierung und stellt die Arbeit der vom Bund dauerhaft geförderten Museen, Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen vor.
Staatsministerin Monika Grütters erklärte: „Der Bericht belegt eindrucksvoll die Vielfalt der Vorhaben zur deutschen Kultur und Geschichte im östlichen Europa. Angesichts aktueller politischer Entwicklungen ist die Bedeutung des Förderbereichs weiter gestiegen. Es geht um Themen, die Deutschland und Europa heute mehr denn je beschäftigen: um Fragen von Toleranz und Respekt vor Andersdenkenden, um Fragen des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen und Religionen, um Fragen des Austauschs und der gegenseitigen Wahrnehmung und nicht zuletzt um Freiheit und Demokratie.“
Monika Grütters weiter: „Es ist ein großes erinnerungspolitisches Anliegen der Bundesregierung, gerade der Vielstimmigkeit der Erinnerungen an das jahrhundertealte deutsche Kulturerbe im östlichen Europa mehr Gehör zu verschaffen. So unterstützen wir unter anderem Archive, Museen, Forschungsinstitute, Bibliotheken und Juniorprofessuren und finanzieren eine Vielzahl von Projekten mit Partnern aus dem östlichen Europa. Auch grenzüberschreitende zivilgesellschaftliche Initiativen konnten sich entfalten. Immer mehr, auch junge Menschen beginnen seitdem, sich für die vielschichtige Geschichte zu interessieren, die oft genug auch ihre eigene Familie betrifft. Das kulturelle Erbe, das uns mit unseren östlichen Nachbarn verbindet, hat sich damit zu einer – deutschen wie auch europäischen – Identität stiftenden Kraft entwickelt.“
Im Berichtszeitraum wurde die Konzeption zur Erforschung, Bewahrung, Präsentation und Vermittlung der Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa nach § 96 des Bundesvertriebenengesetzes mit dem Ziel der stärkeren europäischen Integration weiterentwickelt und im Februar 2016 im Bundeskabinett beschlossen. Damit wurde die entsprechende Vereinbarung des Koalitionsvertrags erfüllt. Die neu justierte Förderkonzeption wird nun Schritt für Schritt umgesetzt. Dafür stehen ab diesem Jahr zusätzliche Mittel in Höhe von ca. 1 Mio. Euro jährlich zur Verfügung. Damit werden die Mittel für die Forschung, die museale Arbeit und die Kulturvermittlung deutlich erhöht, beispielsweise durch die Einrichtung dreier neuer Kulturreferate für Siebenbürgen, Oberschlesien und die Deutschen aus Russland. Darüber hinaus wird die Projektförderung – vor allem für grenzübergreifende Projekte – verstärkt.
Die zur Unterstützung kultureller und wissenschaftlicher Maßnahmen im Rahmen des § 96 BVFG zur Verfügung gestellten Mittel betrugen in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 43,5 Mio. Euro. Diese Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien weist eine stete Aufwärtsentwicklung aus; in den zurückliegenden Jahren konnte die Förderung kontinuierlich um heute rund 10. Mio. Euro mehr als vor 10 Jahren gesteigert werden.
Der Bericht ist unter www.kulturstaatsministerin.de veröffentlicht. (PM)

____________________

Bazon Brock reaktiviert seine Besucherschule zum Luther-Jahr

Anlässlich der Ausstellung Luther und die Avantgarde erklärt Bazon Brock die Kunst im Alten Gefängnis in Wittenberg.  Die Besucherschulen von Bazon Brock sind legendär, seit er sie erstmals 1968 auf der documenta durchgeführt hat. Wer Brock kennt, weiß, dass man bei dem selbsternannten ‚Denker im Dienst‘ und ‚Künstler ohne Werk‘ alles erwarten darf, aber keine klassische Einführung in die Ausstellung. Handfeste Hintergrundinformation, tiefsinnige Gedanken-Ketten und eine kurzweilige Form des Vortrags wechseln sich ab. Die Termine sind:
Mai: Fr 26.05. / Sa 27.05. / So 28.05.
Juni: Sa 3.6. / So 4.6. / Mo 5.6. / So 11.6. / Do 15.6. / Fr 16.6. / Sa 17.6. / Mi 21.6. / Do 22.6. / Do 29.6. / Fr 30.6.
Juli: Sa 1.7. / Do 6.7. / Fr 7.7. / Sa 8.7. / Do 13.7. / Fr 14.7./ Sa 15.7. / Do 20.7. / Fr 21.7. / Sa 22.7. / Do 27.7.
August: Do 3.8. / Fr 4.8. / Do 10.8. / Fr 11.8. / Do 17.8. / Fr 18.8. / Do 24.8. / Fr 25.8. / Do 31.8.
September: Fr 1.9. / Do 7.9. / Fr 8.9. / Fr 15.9. / Sa 16.9.
Beginn: jeweils 11:30 Uhr und 14:30 Uhr / Teilnahme: kostenfrei / max. 30 Personen / Ort: Altes Gefängnis, Wittenberg

____________________

Weimarer Musikhochschule und ACHAVA Festspiele Thüringen erstatten Anzeige nach Eingang von E-Mail mit beleidigendem und volksverhetzendem Inhalt

Das Präsidium der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und die Intendanz der ACHAVA Festspiele Thüringen wehren sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen eine beleidigende und volksverhetzende E-Mail, die in der Nacht auf Mittwoch, 10. Mai, an die Musikhochschule gesendet wurde. Sowohl Musikhochschulpräsident Prof. Dr. Christoph Stölzl als auch der ACHAVA-Intendant Martin Kranz erstatten Anzeige gegen unbekannt bei der Staatsanwaltschaft in Jena und erwarten strafrechtliche Konsequenzen für den Verursacher dieser Mail.
Die E-Mail, die ohne namentlichen Absender verschickt wurde, hat folgenden Wortlaut: „Ja, nun schreibt doch auch auf Eurer Homepage, dass der Achava Jazz-Award ein gottverdammter Judenpreis ist, eingerichtet von dem Wessi-Opa Stölzl, dem Pseudohistoriker mit dem Erbschuldkomplex „Holocaust“, in Kooperation mit der linksgrün-versifften Hochschulleitung und dem Bürgermeisternichtkönnerkandidat Martin Kranz! Dann weiß doch jeder, wie Eure lächerlichen Preisträger einzuordnen sind!“
 Der Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, Prof. Dr. Christoph Stölzl, sagt dazu: „Diese Mail ist eine infame Beleidigung der gesamten Hochschulleitung. Solche rechtsextremen, tendenziell antisemitischen, den Frieden des Landes störenden Angriffe müssen mit allen Mitteln des Rechtsstaates abgewehrt werden.“
 Der Intendant der ACHAVA Festspiele Thüringen, Martin Kranz, betont: „Ich werde mich gegen solche Beleidigungen und Verleumdungen mit allen Mitteln zur Wehr setzen. Der weltoffene und tolerante Geist von ACHAVA ist wichtiger denn je und wir werden immer und überall dafür die Stimme erheben!“

____________________

NEUE AUSSCHREIBUNG – EINSTEIN-SCHERING-ZIRKEL
Deadline: 29. Mai 2017

Die Schering Stiftung und die Einstein Stiftung Berlin schreiben in diesem Jahr erstmalig gemeinsam den Einstein-Schering-Zirkel aus. Das Programm bietet Berliner WissenschaftlerInnen mit Fördermitteln i.H.v. max. 30.000 € die Möglichkeit, über drei Jahre eine selbst organisierte, Institutionenübergreifende und themenbezogene Kooperation in Berlin und darüber hinaus einzugehen. Ziel der Kooperation ist ein identifizierbares Ergebnis am Ende der Laufzeit, z.B. eine gemeinsame Publikation, ein Symposium oder eine Ausstellung. Bewerbungen für den Einstein-Schering-Zirkel können bis zum 29. Mai 2017 bei der Schering Stiftung eingereicht werden.
Der thematische Schwerpunkt des Einstein-Schering-Zirkels liegt im Bereich der lebenswissenschaftlichen Grundlagenforschung. Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Experten aus den lebenswissenschaftlichen Disziplinen und den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie den Künsten ist erwünscht.
Weitere Informationen zum Einstein Schering Zirkel

____________________

RomArchive – Kulturstiftung des Bundes fördert digitales Archiv der Sinti und Roma

Die Kulturstiftung des Bundes 3,75 Mio. Euro für ein internationales digitales Archiv, das RomArchive, zur Verfügung gestellt, das Sinti und Roma die Möglichkeit bietet, den Fremdzuschreibungen selbstbestimmt etwas entgegenzusetzen und ihre Kulturen und Geschichte in eigener Regie darstellen zu können. Sinti und Roma gestalten das mehrsprachige Archiv in allen entscheidenden Positionen als Kurator/innen, Künstler/innen und Wissenschaftler/innen sowie im projektbegleitenden internationalen Beirat aus acht europäischen Nationen und den USA.

Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, die das RomArchive fünf Jahre lang fördert, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Die konsequente Umsetzung einer ‚Roma-Leadership‘, die auch für uns als Stiftung eine Herausforderung ist, seine internationale Ausrichtung und seine standortunabhängige universelle Zugänglichkeit als digitales Archiv machen das RomArchive zu einem Pionierprojekt, das einen entscheidenden Impuls zur Anerkennung der Kulturen von Sinti und Roma als Teil der globalen Geschichte bildet, zu der Roma durch ihre weltweite Verbreitung beigetragen haben. Darin sehe ich eine große Chance nicht nur für Roma und Sinti auf die bisher vorenthaltene Selbstrepräsentation, sondern auch für die Mehrheitsgesellschaft, sich des Reichtums ihrer Kultur zu vergewissern, die Roma und Sinti viel mehr verdankt, als den meisten bewusst ist. Das RomArchive könnte in jeder Hinsicht ein kulturpolitisches Flaggschiff werden.“

Die auf ständigen Zuwachs angelegte Sammlung des Archivs von Kunst aller Gattungen, historischen Dokumenten und wissenschaftlichen Texten spiegelt exemplarisch die enorme Bandbreite und Diversität von kulturellen Identitäten und nationalen Eigenheiten wider, anstatt ein realitätsfremdes Bild einer homogenen „Roma-Kultur“ zu vermitteln. Derzeit entstehen die Archivbereiche für Bildende Kunst (kuratiert von Tímea Junghaus), Film (Katalin Bársony), Literatur (Beate Eder-Jordan), Musik (Petra Gelbart), Tanz (Isaac Blake), Theater (Miguel Ángel Vargas Rubio und Dragan Ristić) sowie zur Bilderpolitik (André Raatzsch), der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma (Thomas Acton, Angéla Kóczé, Anna Mirga-Kruszelnicka und Jan Selling) und zum Holocaust (Karola Fings).

Bis zum Launch von RomArchive im Sommer 2018 macht der neue Blog des Projektes die Arbeit der Kurator/innen erfahrbar. Regelmäßig werden hier multimediale Inhalte wie Interviews, kontroverse Diskussionen und Essays veröffentlicht sowie Hintergründe zur Projektentwicklung gegeben. Wie auch die spätere Website ist der Blog von Beginn an dreisprachig: Deutsch, Englisch und Romanes.

____________________

Gesicht zeigen für Europa

Nach bald 72 Jahren Frieden und Aufbau wird die Zusammenarbeit in Europa in Frage gestellt. Die Berliner können aber zeigen, dass sie für Europa stehen.
Jeden Sonntag um 14:00 Uhr am Gendarmenmarkt!

____________________

Zehn Jahre »on.tour – Das Jüdische Museum Berlin macht Schule«

Das erfolgreiche Outreach-Programm des Jüdischen Museums Berlin besucht in seinem Jubiläumsjahr wieder 30 weiterführende Schulen im gesamten Bundesgebiet. Zum Auftakt geht es für die Mitarbeiter der mobilen Ausstellung nach Mecklenburg-Vorpommern: Dort werden vom 20. bis 24. März fünf Schulen angefahren. Bis Ende des Jahres besucht das Jüdische Museum Berlin insgesamt acht Bundesländer. Auch beim Evangelischen Kirchentag in Berlin ist  »on.tour« vertreten. Zudem werden die Mitarbeiter wieder mit Häftlingen in Jugendstrafanstalten arbeiten.

Mit interaktiven Führungen durch die mobile Ausstellung und zwei iPad-Workshops laden die Guides die Schüler zum Gespräch über jüdische Geschichte ein. Ein Schwerpunkt ist bei dieser Tour, jüdische Religion in ihrer ganzen Vielfalt zu zeigen. »Was Jüdinnen und Juden in Deutschland heute ausmacht, ist ihre Vielfalt. Sie kommen aus Ost- und Westdeutschland, aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Israel. Viele sprechen zwei Sprachen und verstehen sich längst als Weltenbürger. Als Gemeinsamkeit haben sie immer ihr Jüdischsein. Sie legen die Tradition und Rituale individuell sehr unterschiedlich aus, einige leben in einem Paradox von Vergangenheit und individueller Realität«, sagt Sarah Hiron, Leiterin Outreach in der Bildungsabteilung des Jüdischen Museums Berlin. Dabei achten die Pädagogen besonders auf den Bezug zur Lebenswelt der Teilnehmer: Sie diskutieren gemeinsam über die eigene Identität, Kultur und Religiosität und schaffen damit Grundlagen für eine differenzierte Sicht auf das »Eigene« und das »Andere«. Die Schüler entdecken so, wie vielfältig und unterschiedlich Jüdischsein in Deutschland gelebt wird und wurde.

Weitere Informationen und die Termine der bundesweiten Tour finden Sie im Internet unter www.jmberlin.de/ontour

____________________

Freiwilliges Soziales Jahr Kultur

Das Berliner Beratungszentrum Kreativ Kultur Berlin bietet jungen Menschen zwischen 18 und 26 Jahren die Möglichkeit, als Assistenz im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur (FSJK) die Arbeit der landeseigenen Kulturprojekte Berlin GmbH kennenzulernen.
Bei Kreativ Kultur Berlin lernen die Freiwilligen, wie Akteure aus der freien Kulturszene in Berlin Projekte planen und umsetzen, welche Fördermöglichkeiten es gibt, und sie lernen die kulturpolitischen Hintergründe von Kulturförderung kennen.
Ab September 2017 // Bewerbungsfrist: 31. März 2017, weitere Informationen: www.kj-berlin.de/fsjkultur

____________________

Volunteering for Social Change

Wie können wir den Zusammenhalt Europas stärken und es inklusiver gestalten? Diese Frage stellen sich viele engagierte Europäer angesichts zunehmender Europaskepsis und nationaler Egoismen 60 Jahre nach Abschluss der Römischen Verträge. Vor allem die zunehmende soziale Ungleichheit spaltet Gemeinschaften und ganze Gesellschaften, so dass mehr Menschen – darunter viele Junge – von beruflicher und sozialer Ausgrenzung bedroht sind.

Gleichzeitig vermittelt das Programm Erasmus+ seit nunmehr drei Jahrzehnten erfolgreich europäische Austausch- und Lernerfahrungen für junge Menschen und damit ein Stück gelebtes Europa. Bestehende Programme wie der Europäische Freiwilligendienst (EFD), neue Mobilitätsinitiativen wie das Europäische Solidaritätskorps und eine Vielzahl nationaler Mobilitätsprogramme sind beliebt und dringend notwendig, um Europa erlebbarer zu machen. Allerdings werden sie bisher nur von einer Minderheit genutzt! Wie kann also der Zugang zum EFD und anderen Mobilitätsprogrammen für alle jungen Menschen, unabhängig vom Bildungshintergrund und sozialen Status, künftig erleichtert werden? Was sind aktuelle Ansätze für einen europäischen Erneuerungsprozess, der ein  sozial gerechtes und inklusives Europa, vor allem auch für junge Menschen, vor Augen hat?

Diese und weitere Fragen diskutiert die europäische Konferenz “Volunteering for Social Change”, die die Allianz Kulturstiftung zusammen mit ihren Partnern vom 20. bis 21. März im Berliner Allianz Forum durchführt. Die Konferenz eröffnet am 20. März mit einer Abendveranstaltung, auf der u.a. Daniel Cohn-Bendit und der Europaabgeordnete Brando Benifei diskutieren, wie ein sozial gerechtes und inklusives Europa für junge Menschen gestaltet werden muss. Am Dienstag werden die Projektergebnisse des europäischen Kooperationsprojekts European Voluntary Service for All (EVS4ALL) vorgestellt. Vierzehn Organisationen der europäischen Jugend- und Freiwilligenarbeit sowie Stiftungen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, Spanien und Rumänien haben durch die Analyse konkreter Freiwilligendienste europäische Politikempfehlungen für einen inklusiven Freiwilligendienst erarbeitet, die u.a. mit Vertretern der Europäischen Kommission diskutiert werden. Das Projekt wird im Programm Erasmus+ gefördert.

Die Konferenz wird in deutscher und englischer Sprache simultan gedolmetscht. Zum vollständigen Programm und zur Anmeldung gelangen Sie hier .

____________________

Amal, Berlin! Nachrichtenplattform von Geflüchteten

Die Nachrichtenplattform Amal, Berlin! geht am 2. März 2017 online. Amal, Berlin! informiert werktäglich um 11 Uhr auf Arabisch und Farsi darüber, was in Berlin und Umland los ist. Das Wichtigste vom Tage wird bei Amal, Berlin! ergänzt durch Reportagen, Interviews, Videos, Fotos und Kommentare. Zehn geflüchtete Journalisten und Journalistinnen aus Syrien, Afghanistan, Iran und Ägypten betreiben diese mobile Nachrichtenplattform als eine Art lokale Tageszeitung im Netz.
Das Projekt Amal, Berlin! wird von der EKD unterstützt. Dr. Irmgard Schwaetzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, wird das Startsignal geben und für Fragen zur Verfügung stehen. Träger ist die Evangelische Journalistenschule Berlin, ein Geschäftsbereich des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik gGmbH.

____________________

Internationale Geberkonferenz in Oslo für die Tschadseeregion

Deutschland wird zusammen mit Nigeria, Norwegen und VN OCHA, dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen, am 24. Februar 2017 eine internationale Geberkonferenz in Oslo für die Tschadseeregion veranstalten.

Über 10,7 Mio Menschen sind in der Tschadseeregion, die an Nigeria, Kamerun, Niger und Tschad grenzt, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Annähernd ein Viertel dieser Menschen waren wegen eines Konflikts oder Nahrungsmittelknappheit gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die am stärksten von der Krise betroffene Region befindet sich im Nordosten Nigerias, wo der Terror von Boko Haram zusammen mit einer Periode wirtschaftlichen Niedergangs zu Leid und Not geführt haben. Die Vereinten Nationen, die Rot-Kreuz-Bewegung und andere humanitäre Organisationen haben bereits Nothilfeaufrufe gestartet.

Die Konferenz verfolgt drei Ziele, um die Abwärtsspirale in der Region zu stoppen und möglichst umzukehren: das Bewusstsein für die Krise international zu stärken, Unterstützung für die humanitären Anstrengungen zu gewinnen und größere politische Verpflichtungen zur Verbesserung der Lage zu sichern. Neben der Soforthilfe stehen drei Bereiche im Fokus: Ernährungssicherheit, humanitärer Schutz und Zugang zu Hilfe und Bildung in Krisen- und Konfliktlagen.

Neben den Gastgeberstaaten sind Außenminister aus der Region, Vertreter der Afrikanischen Union, der EU und weiterer Geberstaaten und die Leiter der relevanten Organisationen der Vereinten Nationen eingeladen.

____________________

Safer Internet Day – Kulturstaatsministerin Grütters fordert besseren Schutz vor Cybermobbing

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat am heutigen Safer Internet Day unter dem Motto „Stop Cybermobbing“ gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern und Medienexperten am Französischen Gymnasium Berlin über Chancen und Gefahren der Internet-Nutzung diskutiert.

Monika Grütters: „Im Internet gibt es ebenso wie in der analogen Welt gesetzliche Grenzen: Beleidigungen, Hetze, Bedrohungen sind verboten und können strafrechtlich verfolgt werden. Wir wollen Cybermobbing mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln wirksam bekämpfen. Dafür sollten wir auch die Betreiber sozialer Netzwerke stärker in die Pflicht nehmen. Sie müssen bei Beschwerden effektiver gegen strafbare Inhalte vorgehen und rechtswidrige Hasskommentare unverzüglich löschen. Damit künftig transparent wird, was mit Beschwerden passiert, setze ich mich dafür ein, den Video-Bereich von YouTube, Facebook u.a. entsprechend auf europäischer Ebene zu regulieren.“

Grütters weiter: „Der Umgang mit Medien, Kenntnis über ihre Mechanismen und Wirkungsweisen sind heute elementare Schlüsselkompetenzen. Daher ist es meines Erachtens von elementarer Bedeutung, die Medienkompetenz unserer Kinder und Jugendlichen frühzeitig zu stärken. Mein Haus fördert aus diesem Grund verschiedene bundesweite Initiativen wie zum Beispiel ‚Ein Netz für Kinder‘ oder auch ‚Vision Kino‘. Auch Projekte wie der Safer Internet Day helfen, gerade junge Internetnutzerinnen und –nutzer dafür zu sensibilisieren, jeden ihrer Schritte in der digitalen Welt zu überdenken und zu prüfen.“

Der internationale Aktionstag Safer Internet Day für mehr Sicherheit im Internet findet seit 2008 statt. Weltweit beteiligen sich über 100 Länder daran. Die EU-Initiative ‚klicksafe‘ koordiniert in Deutschland die Aktivitäten. Das Französische Gymnasium Berlin wurde für die Diskussion ausgewählt, weil sich die Mittelstufenklassen dort im Unterricht intensiv mit dem Thema Cybermobbing beschäftigt haben.

Weitere Informationen unter: www.klicksafe.de

 ____________________

ETERNA Mode GmbH und youngcaritas Berlin starten gemeinsame Kleidertauschaktion

Berlin – vom 15. Februar bis 15. März 2017 können ausrangierte Hemden und Blusen aller Marken in vier Berliner ETERNA-Filialen zurückgegeben werden und einem guten Zweck dienen. Dazu haben sich die ETERNA Mode GmbH und youngcaritas Berlin, die Plattform für junges Engagement der Caritas, zusammengeschlossen. Für jedes zurück gebrachte Hemd wird bei gleichzeitigem Kauf eines neuen Hemdes ein Rabatt von zehn Euro gewährt.

Gut erhaltene Kleidungsstücke werden an Bedürftige gespendet. Ältere Hemden werden von youngcaritas im Rahmen des Upcycling-Projekts *vergissmeinnicht* zu neuen Kissenbezügen umgenäht. Versehen mit bunten Details, werden die einstigen Kleiderspenden zu Einzelstücken. Die Kissenhüllen werden anschließend von ETERNA zurück gekauft, in vier Berliner Filialen ausgelegt und über Social Media-Aktionen verteilt. Die Erlöse aus der Rückhol-Aktion gehen an soziale Projekte der Caritas. „Durch unsere Kooperation möchten wir zeigen, dass es nachhaltige Upcycling-Möglichkeiten gibt, damit die Hemden nicht in der Tonne, sondern auf dem Sofa landen“, sagt Henning Gerbaulet, geschäftsführender Gesellschafter der ETERNA Mode GmbH. Auch youngcaritas Berlin macht sich bereits seit Jahren für einen verantwortungsvollen Konsum stark. „Jeder Einwohner Deutschlands verbraucht im Jahr zirka 14 Kilogramm Bekleidung“, gibt Anja Bauer von youngcaritas Berlin zu bedenken.

An der Aktion nehmen folgende ETERNA-Filialen teil:
Berlin-Wilmersdorf, Wilmersdorfer Straße 46, 10627 Berlin
Berlin-Hauptbahnhof,  Europaplatz 1, 10557 Berlin
Berlin-Mitte, Leipziger Platz 12-13, 10117 Berlin
Berlin-Mitte, Einkaufszentrum „Alexa“, Grunerstraße 20, 10179 Berlin

____________________

Politik muss mehr für Wohnungslose tun
Berliner Caritasdirektorin neue Vorsitzende der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe

Die Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin, Ulrike Kostka, wurde zur neuen Vorsitzenden der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (KAGW) gewählt. Als Vertreterin des Deutschen Caritasverbandes im Vorstand der KAGW setzt sich Kostka künftig auch bundesweit für die Anliegen wohnungsloser Menschen ein. Sie folgt Hartmut Fritz, der mehr als zehn Jahre als Vorsitzender der KAGW tätig war. Angesichts eines starken Anstiegs von Wohnungslosigkeit vor allem in Ballungszentren fordert die KAGW eine höhere Aufmerksamkeit der Politik. 2014 waren 335.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung. Bis 2018 wird mit einem weiteren Zuwachs um 200.000 gerechnet*.
Die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vertritt in Deutschland 132 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in katholischer Trägerschaft und ist Mitglied in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe. Im Zusammenwirken aller Ebenen kirchlich-caritativer Arbeit will die KAGW die Verarmung und soziale Ausgrenzung wohnungsloser Menschen verhindern und ihre Integration in die Gesellschaft voranbringen. (Pressemeldung)

____________________

Neuer Blog zur Stärkung der Geisteswissenschaften

Das ZfL – Zentrum für Literatur- und Kulturforschung – hat einen BLOG zum Austausch in den Geisteswissenschaften initiiert, um mit größerer Dynamik und mehr Flexibilität auf aktuelle Fragen und Probleme reagieren zu können. Der Blog bietet zudem die Möglichkeit, mit der Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen. Das ZfL unterstützt als Unterzeichner der Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities außerdem den freien Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen im Internet und gibt auf diesem Wege auch Einblicke in die eigene Projektarbeit.
Einfach mal immer mal wieder reinschauen: http://www.zflprojekte.de/zfl-blog/

____________________

Zwei interessante Neuerscheinung gibt es im JOVIS Verlag

 Zukunft: Wohnen – Migration als Impuls für die kooperative Stadt
Die gegenwärtigen Migrationsbewegungen aufgrund von Kriegen, Verfolgung, Hunger und Gewalt stellen alle europäischen Städte vor enorme Herausforderungen. In der Diskussion darüber ist auch in Deutschland die Wohnraumfrage in den Fokus von Politikern, Stadtplanern und Architekten zurückgekehrt. Die anfängliche Überforderung aller Akteure ist mittlerweile einer kreativen und innovativen Architekturdebatte über das Wohnen gewichen. So sind in den letzten Jahren architektonische Konzepte und Projekte entstanden, die der Frage nach einem Grundbedürfnis des Menschen, dem Wohnen, auf vielfältige Weise nachspüren und einen Diskurs über den Wohnungsbau der Zukunft in Gang gesetzt haben. Längst geht es nicht mehr um die temporäre Unterbringung von unmittelbar Bedürftigen, sondern vor allem um eine sozial verträgliche, integrative und kooperative Stadt.

Zukunft: Wohnen – Migration als Impuls für die kooperative Stadt
herausgegeben von Jörg Friedrich / Peter Haslinger / Simon Takasaki / Valentina Forsch
Hardcover, 320 Seiten, ca. 200 farb. Abb. und Plänen | ISBN 978-3-86859-451-5 | EUR (D) 32,00

Gebaute Bildungslandschaften – Verflechtungen zwischen Pädagogik und Stadtplanung
Stadtentwicklung und Bildungswesen müssen zusammen gedacht werden – eine Forderung, die in den vergangenen Jahren in Politik und Praxis immer lauter wird. Doch was passiert, wenn Stadt als urbane Landschaft für Bildung imaginiert und auch gestaltet wird? In Deutschland gibt es bisher nur wenige Bildungslandschaften, die über eine Kooperation von Bildungsakteuren hinausgehen und die sich im Stadtraum sichtbar und nachhaltig materialisieren. Diese sind Gegenstand eines neuen interdisziplinären Diskurses. Die Autoren identifizieren Schnittstellen und Verflechtungen zwischen Stadtentwicklung und Bildungswesen. In einer Politikfeldanalyse werden Themen und Strategien des Bundes, der Länder und Kommunen beleuchtet, gemeinsame Ansätze und auch blinde Flecken diskutiert. Die konkrete bauliche und pädagogische Umsetzung von acht Bildungslandschaften in deutschen Groß- und Mittelstädten wird porträtiert. Dabei werden auch Motive und Begründungen für die ressort- und disziplinübergreifenden Kooperationen nachgezeichnet.

Gebaute Bildungslandschaften – Verflechtungen zwischen Pädagogik und Stadtplanung,
herausgegeben von Angela Million / Thomas Coelen / Anna Juliane Heinrich / Christine Loth / Ivanka Somborski
Broschur, 240 Seiten, ca. 130 farb. und s/w Abb., Deutsch | ISBN 978-3-86859-464-5 | EUR (D) 32,00

____________________

grips gewinnt – Das Schülerstipendium

„grips gewinnt“ soll begabten und motivierten Schülern helfen, Hindernisse zu überwinden: Fast jedes dritte Kind unter 18 Jahren kann aufgrund finanzieller, kultureller oder sozialer Umstände sein Potenzial nicht voll entfalten. Das zeigt der Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2012“. Damit leistet „grips gewinnt“ einen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit in Deutschland.

Die Joachim Herz Stiftung und die Robert Bosch Stiftung unterstützen mit dem Schülerstipendium „grips gewinnt“ leistungsstarke und engagierte Jugendliche auf ihrem Lebens- und Bildungsweg. Bewerben können sich Jugendliche aus Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, die soziale, finanzielle oder kulturelle Hürden überwinden müssen. Das Stipendium bietet neben einer finanziellen Unterstützung von durchschnittlich 150 Euro pro Monat vielfältige Bildungsangebote zu Themen wie Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur. Persönliche Ansprechpartner beraten die Jugendlichen bei Fragen zu Praktikum, Schullaufbahn und Beruf.
Bewerbungen sind bis zum 15. März 2017 möglich. Mehr Infos unter grips gewinnst

____________________

Der Audioguide des Deutschen Historischen Museums jetzt auch auf Türkisch

Der Audioguide für die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin ist ab sofort auch auf Türkisch erhältlich, ebenso wie der Flyer zur Dauerausstellung. Eingesprochen wurde der Audioguide von den deutsch-türkischen Schauspielern Jale Arikan und Kerem Can. Die Audioguides des Deutschen Historischen Museums sind damit in zehn Sprachen erhältlich, neben Türkisch auch auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch und Chinesisch.

Die Audioguides vermitteln im Rahmen einer 60-minütigen Führung durch die Dauerausstellung einen Überblick auf 1500 Jahre deutsche Geschichte im internationalen und europäischen Kontext. (PM)

____________________

Nachbarn rücken näher

Laufpartner gesucht, Äpfel aus dem Schrebergarten zu verschenken, keine Lust, alleine ins Kino zu gehen… Allein 2016 haben Nachbarn in mehr als 100 Städten und ländlichen Regionen bereits über 2.000 Nachbarschafts-Netzwerke auf nebenan.de gegründet. Nebenan.de bietet Nachbarn die Möglichkeit, sich zu vernetzen.

____________________

Verantwortungsvoll reisen

Die Vereinten Nationen (UNWTO) haben 2017 zum Jahr des nachhaltigen Tourismus erklärt. Im Fokus stehen die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte, welche die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zum Ziel hat. Die ITB Berlin engagiert sich seit Jahren mit zahlreichen Initiativen für mehr soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Menschenrechte. Sie nutzt ihre Schlüsselrolle, um den Dialog mit Unternehmen in ihrem Bemühen um ökonomisch, sozial und ökologisch verantwortliche Herstellung ihrer touristischen Produkte und Dienstleistungen zu unterstützen.

____________________

Frauen in Kultur und Medien

Die vom vom Deutschen Kulturrat verfasste Studie „Frauen in Kultur und Medien. Ein Überblick über aktuelle Tendenzen, Entwicklungen und Lösungsvorschläge“ jetzt als E-Book kostenfrei im Netz.
Hier der Link: kulturrat.de/Frauen-in-Kultur-und-Medien.pdf

____________________

100 Jahre Institut für Auslandsbeziehungen

Das ifa (Institut für Auslandsbeziehun­gen) engagiert sich weltweit für Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen. Das ifa ist die älteste deutsche Mittlerorganisation für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und wird vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert.

____________________

Artists-in-Residence: Knowlegde Link through Art and Science

Die Max-Planck-Institute für Molekulare Pflanzenphysiologie und Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam haben das “Artist-in-Residence“-Programm „Knowlegde Link through Art and Science“, kurz KLAS, etabliert, das mithilfe eines internationalen Wettbewerbs zwei innovative KünstlerInnen in den Wissenschaftspark Potsdam-Golm bringt. Im Rahmen des Programms arbeiten die ausgewählten KünstlerInnen ab Juni 2017 für jeweils zwei Wochen Seite an Seite mit ForscherInnen der Gastinstitutionen in Golm und der Universität Groningen.

KLAS ist das erste „Artist-in-Residence“-Programm in einem naturwissenschaftlichen Max-Planck-Institut. Das Thema, die „Synthetische Biologie“, spiegelt sich im Namen wieder: AESTHETIC get SYNTHETIC: Knowledge Link through Art and Science (KLAS). Die Synthetische Biologie ist eines der jüngsten und spannendsten Forschungsfelder im 21. Jahrhundert. Im Wissenschaftspark Potsdam-Golm beschäftigen sich mehrere Arbeitsgruppen aus zwei Max-Planck-Instituten mit diesem innovativen Wissenschaftsgebiet. Das „Artist-in-Residence“-Programm bringt KünstlerInnen in die „Labore“ dieser Arbeitsgruppen und schlägt so eine Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft innerhalb des stark diskutierten Forschungsfeldes der synthetischen Biologie. Der direkte Austausch von KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen bedeutet unweigerlich, die eigene Arbeit mit den Augen des Anderen zu sehen und in einen Austausch zu treten – Synthese im Sinne einer Verknüpfung.
Detaillierte Informationen zur  Ausschreibung finden Sie hier. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Januar 2017.

Das Programm wird auf dem Max-Planck-Campus im Wissenschaftspark Potsdam-Golm durchgeführt. KLAS ist ein interdisziplinäres Programm, das von Rodrigo Perez-Garcia (MPIKG/TU-Berlin), Caterina Benincasa (Polyhedra.eu), Arnau Horta (Unabhängiger Kurator), Guillermo Santamaria (CienciaXLibre) und Katja Schulze (MPIKG) ins Leben gerufen wurde. Es wird von der Max-Planck-Gesellschaft und der Schering Stiftung ermöglicht und von dem UNESCO International Relations´ Chair, der Sendung „Klangkunst“ vom DeutschlandRadio Kultur und Ars Electronica gefördert.

____________________

Initiative kulturelle Integration

Anlässlich des Gründungstreffens der „Initiative kulturelle Integration“ am heutigen Donnerstag im Bundeskanzleramt haben sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und die Integrationsbeauftragte Aydan Özoğuz mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Staat, Kultur, Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft getroffen, um gemeinsam Vorschläge und Ideen für kulturelle Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erörtern und umzusetzen. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, betonte: „Das heutige Treffen ist ein starkes und ermutigendes Signal. Denn es ist gelungen, Repräsentanten aller maßgeblichen staatlichen und gesellschaftlichen Kräfte zur Verständigung darüber einzuladen, wie kulturelle Integration in Deutschland gemeinsam erfolgreich gestaltet werden kann. Gesellschaftliche Integration gelingt nur durch kulturelle Integration. Das wissen wir nicht nur aus wissenschaftlichen Studien, das lehrt uns das tägliche Leben. Wir verfolgen dabei ein klares Ziel: Profitieren sollen davon alle hier lebenden Menschen. Ich bin voller Zuversicht, dass die Initiative hierzu wichtige Impulse auslösen wird!“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière erklärte: „Was macht uns als Gesellschaft aus? Wie wollen wir zusammenleben und wie können wir alle zum Gelingen von Integration beitragen? Solche Fragen warten neu auf Antwort und darüber müssen wir diskutieren und vielleicht auch streiten, denn eine mit Streitkultur ausgetragene Diskussion hilft der Sache. Mich sorgen die Fliehkräfte, die das Ganze in Frage stellen. Die Summe der Vielfalt macht noch kein Gemeinwohl aus. Wir als Gesellschaft müssen gemeinsam an einem gesellschaftlichen Konsens arbeiten – immer und immer wieder – über das, was uns im Innersten zusammen hält. Mit der Initiative kulturelle Integration leisten wir einen Beitrag zu diesem Prozess, und ich lade alle dazu ein, sich konstruktiv einzubringen.“

Die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, sagte: „Eine offene, demokratische und pluralistische Gesellschaft muss sich immer wieder neu über die gemeinsamen Werte verständigen, diese vertreten und verteidigen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht dort, wo alle – Einheimische wie Einwanderer – den Prozess der kulturellen Integration gemeinsam gestalten.“ Im Anschluss an das Spitzentreffen werden auf Arbeitsebene Thesen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und der kulturellen Integration erarbeitet. Es ist geplant, die Ergebnisse zum UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt im Mai 2017 öffentlich vorzustellen. Die „Initiative kulturelle Integration“ wurde Anfang November 2016 gemeinsam von der Kulturstaatsministerin, der Integrationsbeauftragten, dem Bundesinnenminister, der Bundesarbeitsministerin und dem Deutschen Kulturrat ins Leben gerufen. Die Federführung für die Initiative liegt innerhalb der Bundesregierung bei der Kulturstaatsministerin. Der Deutsche Kulturrat wird den Prozess moderieren. (Pressemitteilung 15. Dezember)

____________________

Keine Leistungseinschränkung für EU-Bürger – Berliner Wohlfahrtsverbände besorgt über Gesetz zur Regelung von Ansprüchen ausländischer Personen in Grundsicherung und Sozialhilfe

Berlin, 15. Dezember 2016 – Die Berliner Wohlfahrtsverbände nehmen mit Sorge das am 1.12.2016 vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Regelung von Ansprüchen ausländischer Personen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende und in der Sozialhilfe zur Kenntnis. Das Gesetz liegt dem Bundesrat am 16.12.2016 zur Zustimmung vor. Es sieht vor, die Leistungen der Existenzsicherung für wirtschaftlich nicht aktive EU-Bürger deutlich einzuschränken. Leistungsausschlüsse in der Sozialgesetzgebung (SGB II und SGB XII) für EU-Bürger, die ihr Freizügigkeitsrecht rechtmäßig zum Zweck der Arbeitssuche in Anspruch nehmen, sind aus Sicht der Berliner Wohlfahrtsverbände weder mit dem Grundgesetz noch dem EU Primärrecht vereinbar.

Es ist politisch und rechtlich sehr umstritten, unter welchen Umständen EU-Bürger von Leistungen nach SGB II oder SGB XII ausgeschlossen sind oder ausgeschlossen werden dürfen. Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) ist ein Ausschluss zulässig, wenn ein materielles Freizügigkeitsrecht nicht besteht, wie das bei wirtschaftlich nicht aktiven EU-Bürgern ohne gesicherten Lebensunterhalt der Fall ist. Weiter dürfen EU-Bürger ausschlossen werden, wenn sich das Freizügigkeitsrecht allein aus der Arbeitssuche ergibt. Das Bundessozialgericht hat allerdings im Dezember 2015 entschieden, dass diesen EU-Bürgern dann Leistungen zu erbringen sind, wenn sie (nach sechs Monaten Aufenthalt) in Deutschland verwurzelt sind. Das Bundessozialgericht hat sich dabei auf das Menschenrecht auf Sicherung eines menschenwürdigen Existenzminimums berufen.

Mit den geplanten Änderungen sollen finanzielle Mehrbelastungen der Kommunen verhindert werden. Die fehlenden existenzsichernden Sozialleistungen führen die Betroffenen jedoch in prekäre Situationen, die im niedrigschwelligen sozialen Hilfesystem aufgefangen werden müssen. Mittelfristig bedeutet das erheblich höhere Ausgaben zur Lösung dieser Problemlagen. Ohne soziale Absicherung ist eine Arbeitsmarktintegration der EU-Bürger nicht möglich. Die existentielle Notlage der Betroffenen kann zudem durch Unternehmen leicht ausgenutzt werden. Fehlende Existenzsicherung ist Nährboden für Arbeitsausbeutung und Lohndumping. (Pressemeldung)

___________________

Marion Dönhoff Preis für Navid Kermani

Der deutsch-iranische Schriftsteller und Publizist Navid Kermani hat den Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung 2016 in Hamburg entgegengenommen Navid Kermani erwarb sich unter anderem mit seinen Büchern „Ungläubiges Staunen“, „Dein Name“ und „Zwischen Koran und Kafka“ hohes Ansehen. Der Autor zahlreicher Reportagen und Essays habe erkannt, dass man der Komplexität unserer heutigen Welt nicht mit Vereinfachungen beikommen kann, sondern nur, indem man sich dieser Komplexität stellt, so Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, in seiner Laudatio. Der Förderpreis ging an den gemeinnützigen Verein Hanseatic Help e.V., der sich für die Erstversorgung und Ausstattung von Flüchtlingen einsetzt. Die Auszeichnungen sind mit je 20.000 Euro dotiert. In diesem Jahr vergaben DIE ZEIT, die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und die Marion Dönhoff Stiftung den Preis zum 14. Mal. (PM)

____________________

Diplomatische Verwicklungen

Eigentlich sollte ab dem 4. Dezember die spektakuläre Kunstsammlung des Teheraner Museums TmoCA in Berlin gezeigt werden. Eingefädelt hatte diese Kooperation Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Das Ausstellungskonzept sieht vor, 30 westliche und 30 iranische Werke zusammenzuführen. Aufgebaut hatte die Sammlung Farah Diba Pahlavi, die Ehefrau Gattin des letzten Schahs von Persien. Sie kaufte in den Sechziger- und Siebzigerjahren Arbeiten von Rothko bis hin zu Kandinsky sowie Werke der iranischen Moderne. Der Wert der 1500 Werke wird auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt. Allein 15 Warhols und 30 Picassos sollen dabei sein.

Doch dann kam alles anders als geplant. Erst erwies sich Museumsdirektor als Nazi-Sympathisant und wurde ausgeladen. Die iranische Regierung wiederum erteilte bislang keine Ausfuhrgenehmigungen für die Sammlung. Derzeit laufen die diplomatischen Verhandlungen zwischen Teheran und Berlin auf Hochtouren. Ob die Schau im Januar gezeigt wird, ist derzeit noch offen…

____________________

Attacken gegen Homo- und Transsexuelle

Traurige Bilanz: Auch im offenen Berlin sind Homosexuelle und Transsexuelle immer wieder Opfer von Homophoben: 2016 sind der Polizei bislang 113 Übergriffe bekannt geworden. Dabei sind zahlreiche Vorfälle der Polizei vermutlich gar nicht erst bekannt geworden – zu groß ist oft die Scham der Opfer. Aufgrund der vielen Überfälle schloss im queeren Szenekiez Schöneberg nun  die „Lieblingsbar“ . Die Gäste waren ausgeblieben.
Weitere Informationen bietet der Maneo Report.

____________________

Obdachlose brauchen Hilfe. Caritas startet Spendenaktion für Kältehilfe

Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin startet eine Spendenaktion für Menschen, die im Winter auf der Straße leben. Jahr für Jahr beteiligt sich die Caritas an der Versorgung und Betreuung von Obdachlosen, die Kälte, Regen und Schnee ausgesetzt sind. Mit warmen Mahlzeiten in Suppenküchen und Wärmestuben, Notübernachtungsstellen, medizinischer Versorgung sowie Winterkleidern und Schlafsäcken aus unseren Kleiderkammern bietet die Caritas ihre Hilfe an. Zur Unterstützung dieser Angebote, bittet der Caritasverband um Spenden.

Seit 27 Jahren beteiligt sich die Caritas in Berlin an der Kältehilfe. Sie öffnet ihre Türen und hilft obdachlosen Männern und Frauen, die kein Zuhause haben. Viele von ihnen sind krank. Ohne das Caritas-Arztmobil und die Caritas-Ambulanz am Bahnhof Zoo gäbe es für sie kaum medizinische Hilfe. Hilfe, die Leben retten kann. Immer mehr Menschen in Berlin sind obdachlos. Wir gehen inzwischen von mindestens 3000 Menschen, die dauerhaft auf der Straße leben. In unserer Caritas-Ambulanz für Wohnungslose am Bahnhof Zoo stiegen die Behandlungszahlen um ein Drittel, auch die Behandlungszahlen des Caritas-Arztmobils sind stark angestiegen.

Auch tagsüber brauchen Obdachlose einen Platz zum Aufwärmen. Die Caritas-Wärmestube ist so ein Ort, an dem hilfsbedürftige Menschen Essen, Trinken und ein offenes Ohr finden. In den Notübernachtungen in der Residenzstraße und der Franklinstraße können Obdachlose die Nacht verbringen. Unsere Kleiderkammern helfen mit Schuhen, Mänteln und Schlafsäcken auch eisige Nächte zu überstehen. „Im Winter ist das Leben auf der Straße besonders hart und gefährlich. Viele unserer Kältehilfeangebote können nur mit Unterstützung von Ehrenamtlichen und Spendenmitteln bestehen. Unsere Angebote sind unterfinanziert oder verfügen über keine finanzielle Unterstützung. Bitte spenden Sie, damit die Caritas Obdachlosen beistehen kann“, so Caritasdirektorin Ulrike Kostka. (Pressemitteilung)

Spenden sind unter folgender Bankverbindung möglich:
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.
Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE31 1002 0500 0003 2135 00

____________________

Grütters: Kulturelle Teilhabe ist Schlüsselaufgabe unserer Zeit! – Treffen mit Experten der kulturellen Integration

Am 11. November 2016 hat sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Bundeskanzleramt mit 60 Mitgliedern des „Netzwerks kulturelle Bildung und Integration“  anlässlich des 5. Jahrestreffens über aktuelle Herausforderungen der Integration und künftige Zielsetzungen verständigt. Monika Grütters betonte: „Kulturelle Teilhabe spielt eine Schlüsselrolle für gesellschaftliche Integration und Zusammenhalt in unserem Land. Sie bildet die Voraussetzung dafür, dass Deutschland als plurales, weltoffenes und tolerantes Land für jeden erlebbar wird. Kultur öffnet Welten. Dafür benötigen wir nicht nur hochklassige Angebote, sondern wir müssen alle Kultureinrichtungen auch konsequent für Menschen mit anderen kulturellen Erfahrungen öffnen – und zwar nicht nur im Publikum, sondern auch auf den Bühnen und in den Chefetagen. Das ‚Netzwerk kulturelle Bildung und Integration‘ leistet dazu einen substanziellen Beitrag, indem es sich intensiv und konstruktiv mit aktuellen Entwicklungen auseinandersetzt. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass ‚Kultur für alle‘ keine Utopie bleibt.“

Die Kulturstaatsministerin weiter: „Wir sind derzeit mit großen Herausforderungen bei der kulturellen Integration konfrontiert. Diese wird gelingen, wenn wir sie als eine Chance für Veränderungen verstehen, von denen letztlich alle profitieren. Studien belegen, dass Menschen mit Migrationshintergrund ihre Lebensbedingungen in Deutschland vor allem dann als positiv empfinden, wenn sie in das kulturelle Geschehen vor Ort eingebunden sind. Vertrauen wir also auf das große integrative Potenzial der Kultur und der Künste.“ Das 2012 gegründete „Netzwerk kulturelle Bildung und Integration“ wird von der Stiftung Genshagen koordiniert. Es hat sich unter anderem zur Aufgabe gestellt, die interkulturelle Öffnung von Kultureinrichtungen und -projekten voranzutreiben, und zur Vernetzung der Akteure beizutragen. Das Netzwerk wird von der Kulturstaatsministerin im Rahmen des „Nationalen Aktionsplans Integration der Bundesregierung finanziell gefördert. (Pressemitteilung)

____________________

Wohlfahrts-, Bau- und Wohnungswirtschaftsverbände fordern: Mehr und günstigerer Wohnungsbau in Berlin – jetzt!

Anlässlich der Koalitionsverhandlungen fordern die Berliner Wohlfahrtsverbände, der Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg, der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen und die Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg: Damit das Wachstum unserer Stadt ein Zuhause hat, sollten in der neuen Legislaturperiode pro Jahr mindestens 20.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden. Derzeit werden diese Neubauziele erst zur Hälfte erreicht. Ohne diesen Neubau wird sich die Wohnungsknappheit gerade zu Lasten unterer und mittlerer Einkommensschichten weiter verschärfen und Wohnen teurer machen.

Im Interesse aller Berlinerinnen und Berliner muss deshalb mehr und günstiger gebaut werden. Hierzu sind klare Rahmenbedingungen notwendig. Die verlässliche Bereitstellung von bezahlbarem öffentlichen Bauland, steuerliche Entlastungen und Förderung für den Wohnungsbau gehören hier ebenso dazu, wie ergebnisorientierte Beteiligungsprozesse, zügige  und pragmatische Planungsabläufe und wirtschaftlich tragbare Baustandards. Der leitende Konsens dabei: Eine ausreichende Wohnraumversorgung ist eine ganz wesentliche Basis für ein soziales Berlin. (Pressemitteilung)

____________________

Initiative „Kultur öffnet Welten“ wird fortgesetzt
Monika Grütters lobt Sonderpreis für kooperative kulturelle Projekte aus

Heute hat die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, kulturelle Spitzenorganisationen, Stiftungen und zivilgesellschaftliche Akteure eingeladen, Vorschläge für den Sonderpreis „Kultur öffnet Welten“ einzureichen. Gewürdigt werden diesmal neue Formen der Zusammenarbeit kultureller Akteure mit Partnern aus anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Sport, Wirtschaft oder Religionsgemeinschaften. Staatsministerin Grütters: „Der Sonderpreis richtet sich an alle Künstlerinnen und Künstler, Kultureinrichtungen und -vereine, die im Rahmen unserer gemeinsamen Initiative ‚Kultur öffnet Welten‘ neugierig auf Kooperationen mit Partnern aus dem gesellschaftlichen Umfeld sind. Ich möchte sie ermutigen, über ihren Tellerrand zu schauen und ihre Kunstfertigkeit, ihre Sensibilität und Leidenschaft mit Mitmenschen vor Ort zu teilen.“

An der Initiative „Kultur öffnet Welten“ wirken auf Anregung der Kulturstaatsministerin neben Vertretern des Bundes, der Länder und Kommunen auch künstlerische Dachverbände und zahlreiche zivilgesellschaftliche Akteure mit. Die Initiative möchte den Beitrag von Kultureinrichtungen sowie Künstlerinnen und Künstlern zur kulturellen Vielfalt in einem weltoffenen Deutschland würdigen und Impulse für kulturelle Aktivitäten auslösen.

Der Sonderpreis war am 21. Mai 2016 erstmals vergeben worden. Damals hatte er kulturelle Projekte mit geflüchteten Menschen gewürdigt. In einem zweistufigen Verfahren können Vorschlagsberechtigte bis zum 9. Januar 2017 jeweils einen Vorschlag einreichen. Für die von einer Jury nominierten zehn besten Projekte ist eine Prämie in Höhe von 2.500 Euro  vorgesehen. Die drei Hauptpreise werden anlässlich des UNESCO-Welttags der kulturellen Vielfalt verliehen, der am 21. Mai 2017 begangen wird. Sie sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Nähere Informationen können auf der Website www.kulturstaatsministerin.de abgerufen werden. (Presseinformation)

                          ____________________

Oper für Jedermann

Bis zum Ende des Jahres sind Jürgen Flimms Inszenierungen in Berlin, New York online im Livestream unter www.staatsoper-berlin.de zu sehen.  So etwa die Aufführung »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« im Berliner Schiller Theater, die am 13. November ab 18 Uhr weltweit und kostenlos verfügbar ist.

____________________

Preis für Verständigung und Toleranz

Am Samstag, dem 12. November 2016 verleiht das Jüdische Museum Berlin zum 15. Mal den »Preis für Verständigung und Toleranz«. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr an die Zeitzeuginnen Renate Lasker Harpprecht und Anita Lasker Wallfisch sowie den Unternehmer Hasso Plattner verliehen. Die Laudatoren sind Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden, für die Schwestern Renate Lasker Harprecht und Anita Lasker Wallfisch und Henning Kagermann für Hasso Plattner. Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums Berlin, wird die Preise überreichen.
Mit dem »Preis für Verständigung und Toleranz« werden seit 2002 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik ausgezeichnet, die sich auf herausragende Weise um Verständigung und Toleranz verdient gemacht haben. Der Preis wird traditionell im Rahmen des Jubiläums-Dinners gemeinsam mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Jüdisches Museum Berlin e.V. und dem Museum verliehen.

________________________

Bekenntnis zur Community

„Du erklärst dich bereit, jeden – unabhängig von Rasse, Religion, Herkunft, Volkszugehörigkeit, einer Behinderung, Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung oder Alter – respektvoll, vorurteilsfrei und unvoreingenommen zu behandeln“ – dieses Commitment verlangt ab dem 1. November 2016 das Ferienwohnungsportal Airbnb. Wer nicht zustimmt, gehört nicht mehr zur Community und darf nicht mehr über das Portal mieten oder vermieten. Weitere Informationen:  Community-Bekenntnis.

_________________________

Kältehilfe in Berlin

Die Berliner Kältehilfe bietet vom 1. November 2016 bis 31. März 2017 im 27. Jahr obdachlosen Menschen eine Übernachtung im Warmen. Caritas, Diakonie, evangelische und katholische Kirchengemeinden sowie das DRK organisieren die Kältehilfe wieder gemeinsam. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Stadt wird die Situation Wohnungsloser und damit auch die Organisation von Kältehilfe immer schwieriger.

_________________________

ID Festival Berlin

Mehr als 70 israelisch-deutsche KünstlerInnen stehen im Fokus des dreitägigen ID Festival Berlin, das in rund zwei Wochen feierlich eröffnet wird. Das unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Prof. Monika Grütters stehende Festival findet vom 21.–23. Oktober 2016 zum zweiten Mal im RADIALSYSTEM V statt und widmet sich in zahlreichen Veranstaltungen dem Thema Migration. Erstmals tritt das ID Festival Berlin als Produzent von neuen künsterischen Arbeiten in Erscheinung. So kommt es zu Premieren der Theater- und Performance-Produktionen Makembo!, die erste Theaterproduktion von Micki Weinberg, NO-MAD vom Tänzer und Choreografen Oren Lazovski, und Lights & Vessels des Gebärdensprachlers und Choreografen Gal Naor, die alle vom ID Festival Berlin koproduziert wurden.

Am Eröffnungsabend stellt der Regisseur Udi Aloni in einem Vortrag und Gespräch seinen preisgekrönten Film »Junction 48« (u.a. Panorama Publikums-Preis der Berlinale 2016) vor. Der Film thematisiert die Geschichte einer arabisch-israelischen Rap-Formation, die sich mit ihrer Kunst gegen gesellschaftliche Unterdrückung und gegen die Spannung innerhalb ihrer Gemeinschaft in Israel wendet. Das Publikum ist im Anschluss eingeladen gemeinsam mit den Darstellern des Films und den Hip Hoppern von Tamer Nafar & friends bei der After-Show Party zu feiern.

Künstlerinnen und Künstler des ID Festivals 2016 (Auswahl)
Udi Aloni, Bettina Allamoda, Nitsan Bernstein, Guy Braunstein, Anina Brisolla, Nir de Volff, Nezaket Ekici, Eldar Farber, Francesca Fini, Alona Harpaz, Sharon Horodi, Omer Klein Trio, Olaf Kühnemann, Dr. Elad Lapidot, Oren Lazovski, Shahar Marcus, Tomer Machkowski, Angus Massey, Gal Naor, Sharon Paz, Alona Rodeh, Steve Sabella, Oded Schechter, Wendy Shaw, Mati Shemoelof, Sferraina, Tango Factory, Trio Mondrian, Hannah Tzuberi, Micki Weinberg, Amir Yatziv u.v.m. (Pressemitteilung)

Vorverkauf für alle Veranstaltungen unter www.idfestival.de oder www.radialsystem.de

_________________________

KULTURELLE BILDUNG FÜR ALLE

Das von David Chipperfield errichtete „Haus Bastian“ am Kupfergraben wird zum „Reinhold Würth Zentrum für kulturelle Bildung und Vermittlung im Haus Bastian“ der Staatlichen Museen zu Berlin. Eine großzügige Spende des Unternehmers und Sammlers Reinhold Würth und das ebenso großzügige Angebot der Familie Bastian ermöglichen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Erwerb des Hauses im kommenden Jahr. Das Haus bietet in unmittelbarer Nachbarschaft zur Museumsinsel großzügige Räume für die Entwicklung und Etablierung zukunftsweisender Angebote der Bildung und Vermittlung der Staatlichen Museen zu Berlin. Diese sollen ab Ende 2017 / Anfang 2018 einem breiten Publikum zur Verfügung stehen: Kindern und Familien, Jugendlichen, Erwachsenen, Schüler/innen und Studierenden sowie interkulturellen und inklusiven Gruppen. Durch die Vor- oder Nachbereitung des Museumsbesuches in unterschiedlich gestalteten Räumen soll museumsübergreifendes Erleben und interdisziplinäres Lernen auf vielfältige Weise möglich sein. In dem mannigfaltigen Angebot werden insbesondere Themen- und Fragestellungen aufgenommen werden, die einen Brückenschlag zwischen allen Sammlungen und Häusern der Museumsinsel erlauben.

Das architektonisch herausragende Gebäude in absolut prominenter Lage gegenüber der Museumsinsel dient bisher als Galeriehaus. Céline, Aeneas und Heiner Bastian haben das Haus im Verzicht auf jeden Gewinn als großmütige Gabe der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für kulturelle Zwecke angeboten. Der Unternehmer und Sammler Reinhold Würth hat mit dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, und dem Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, vereinbart, die Mittel für den Erwerb des Hauses zu stiften. Damit kann die SPK das beeindruckende Gebäude im kommenden Jahr übernehmen. Auch der Betrieb des Zentrums kann aus dem Beitrag von Reinhold Würth zu Beginn finanziert werden. Staatsministerin Monika Grütters und Stiftungspräsident Hermann Parzinger danken Reinhold Würth und Heiner Bastian für ihr großzügiges Engagement. (Pressemitteilung)

_________________________

FLAX – Foreign Local Artistic Exchange

Artists in exile – Die neu gegründete Intiative FLAX network (Foreign Local Artistic Xchange) bietet Mentoring-Programme für geflohene Künstler*innen und ist ein Netzwerk für kulturelle Kollaborationen. Im persönlichen Kontakt unterstützen hochrangige ansässige Künstler*innen geflohene Kulturschaffende.
Der monatliche FLAX-Newsletter versammelt Nachrichten, Ausschreibungen und Angebote in der Kultur, die für jeden zugänglich sind. Wer sich zum Newsletter anmelden möchte oder Fragen hat, schreibt bitte eine E-Mail an: germanculturenews@gmail.com.

FLAX ist angesiedelt bei dem Aktionsbündnis WIR MACHEN DAS, das Teilhabe für die Menschen ermöglichen möchte, die neu nach Deutschland kommen. Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Potentiale einer Einwanderungsgesellschaft deutlich zu machen, die uns zwar vor Herausforderungen stellt, aber keine Bedrohung bedeutet.

_________________________

Online-Publikation zur Konferenz „Public Space: Fights and Fictions“ erschienen

Die Konferenz „Public Space: Fights and Fictions. 36-Stunden-Denkfabrik“ geht jetzt als Magazin online. Die Konferenz hatte im vergangenen Mai rund 40 internationale Stadtplaner, Aktivisten, Architekten und Künstler in der Akademie der Künste zusammengeführt und das breite Spektrum an Perspektiven, Ideen und Erfahrungen im Umgang mit dem öffentlichen Raum deutlich werden lassen. Im Auftrag der Akademie der Künste und des Goethe-Instituts hat ein Redaktionsteam der Zeitschrift The Funambulist und der französischen  Architektengruppe New South ein digitales Magazin als Nachlese der Konferenz erarbeitet. Das Magazin in englischer Sprache steht kostenlos zum Lesen und zum Download bereit unter www.adk.de/fights-and-fictions oder http://thefunambulist.net.
Die Publikation resümiert die Schlüsselthemen der Konferenz und gibt zugleich Denkanstöße zur Weiterführung der Debatte.
Die Konferenz „Public Space: Fights and Fictions. 36-Stunden-Denkfabrik“ fand vom 19. bis zum 21. Mai 2016 im Rahmen der Ausstellung „DEMO:POLIS – Das Recht auf Öffentlichen Raum“ in der Akademie der Künste, Hanseatenweg, statt und war eine gemeinsame Veranstaltung des Goethe-Instituts und der Akademie der Künste.

_________________________

Interessante Neu-Erscheinungen im Jovis Verlag

Bauen für Demenz /Christoph Metzger
Im Zuge des demografischen Wandels ist die Architektur heute und in der Zukunft mehr denn je gefordert, die Gestaltung von Wohnsituationen für alternde Menschen und vor allem solche mit Demenz neu zu denken. Mit zunehmendem Alter sind wir verstärkt auf eine räumliche Umgebung angewiesen, die uns nicht nur positiv beeinflusst, sondern vor allem in unseren Alltagsaktivitäten unterstützt und altersbedingte Beeinträchtigungen ausgleicht.
Im Zentrum neuer Anforderungen steht eine multisensorische Architektur: Farb- und Lichtgestaltung, Klangdesign, sinnlich erfahrbare Materialien und Oberflächen sowie haptisch attraktive Formen ermöglichen erst eine Raumatmosphäre, in der Bewohner sich wohlfühlen. Sie bietet Sicherheit und Orientierung und fördert motorische und kognitive Fähigkeiten. Bauen für Demenz wurde als ein Leitfaden für eine zeitgemäße und würdevolle Architektur entwickelt, die Menschen mit Demenz gerecht wird und sie als inklusiven Teil der Gesellschaft versteht.

Broschur, 160 Seiten, ca. 70 farb. und 10 s/w Abb., Deutsch, EUR (D) 29,80, ISBN 978-3-86859-389-1
Aktuell zu Christoph Metzger: www.hbk-bs.de/aktuell

Home not Shelter! Gemeinsam leben statt getrennt wohnen
Ralf Pasel / Alexander Hagner / Hans Drexler / Ralph Boch
Wohnen ist nicht nur eine Frage der Unterbringung, sondern ein Recht, das grundlegend für gesellschaftliche Teilhabe ist. Mit Blick auf die jüngste Migrationswelle kann es daher nicht nur um die Unterkunft in Lagern oder Erstaufnahmeeinrichtungen gehen; vielmehr gilt es, Ideen und Strategien zu entwickeln, wie die Menschen in das Leben von Städten, Kommunen und Quartieren integriert werden können. Es gilt Orte und Visionen zu schaffen, die den Menschen über das physische Ankommen hinaus Chancen und Weiterkommen eröffnen.
Die hochschulübergreifende Initiative Home not Shelter! hat diese Aufgabenstellung aus der Perspektive von Architektur und Stadtplanung bearbeitet und Raumkonzepte entwickelt, die den komplexen Anforderungen einer zunehmend diversen Gesellschaft gerecht werden sollen. Exemplarisch stand dabei die Frage im Mittelpunkt, ob gemeinschaftliche Wohnformen von Flüchtlingen und Studierenden sowie hybride Typologien solche neuartigen Räume im Sinne einer Open City sein können.

Broschur, 144 Seiten, ca. 125 Abb., Deutsch, EUR (D) 22,00, ISBN 978-3-86859-447-8

_________________________

Sechs Kooperationsschulen des Jüdischen Museums Berlin

Das Museum arbeitet seit 2012 erfolgreich mit Kooperationsschulen aus fünf Bezirken zusammen. Die Kooperationen werden auf Lehrplan und Profil jeder Schule individuell zugeschnitten. Neben der Refik-Veseli-Schule sind das Albrecht-Dürer-Gymnasium Neukölln (seit 2012), die B.-Traven-Gemeinschaftsschule Spandau (seit 2012), die Ernst-Schering-Schule Wedding (seit 2012), das Rosa-Luxemburg-Gymnasiums Pankow (seit 2013) und die Galilei-Grundschule Kreuzberg (seit 2014) Partnerschulen des Museums.

Die Kreuzberger Refik-Veseli-Schule ist seit 2012 eine der sechs Kooperationsschulen des Museums. Die erfolgreiche Partnerschaft wurde zum neuen Schuljahr um weitere vier Jahre verlängert. Für das bisher größte Theaterprojekt mit dem Titel »Voids. Leerstellen« werden 26 Schülerinnen und Schüler einer 8. Klasse vom 6. bis 29. September die Libeskind-Architektur erkunden. Entstehen wird ein Stück zwischen Performance und interaktiver Führung, das am 30. September und am 6. Oktober an unterschiedlichen Orten im Museum aufgeführt wird. Herzstück der Kooperation ist die bewährte »Geschichtswerkstatt«. In diesem Schuljahr haben 50% der Neuntklässler das Fach gewählt und verlegen den Unterricht ins Museum. Zusammen mit den Museumspädagoginnen und -pädagogen haben die Schülerinnen und Schüler das Thema wieder selber ausgewählt: Das »Re-Photography«-Projekt“ wird Geschichten auf historischen Fotografien aus Kreuzberg nachspüren. Zum Schuljahresende kuratieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu eine Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin.  (Pressemeldung)

_________________________

Kooperation zwischen den Artotheken
des Neuen Berliner Kunstvereins und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Die Artotheken des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) planen eine umfangreiche Kooperation. Volker Heller, Vorstand der ZLB, und Marius Babias, Direktor des n.b.k., unterzeichneten im August 2016 eine entsprechende Absichtserklärung. Angestrebt ist „eine langfristige Zusammenarbeit hinsichtlich der Artotheken, um die Kompetenzen beider Institutionen effizient, effektiv und programmatisch in einer zeitgemäßen und zukunftsorientierten Kulturarbeit zu bündeln.“

Seit Januar 2016 finden Workshops statt, in denen die beiden Institutionen ihre Zusammenarbeit entwickeln. Im August 2016 fand eine erste gemeinsame Ankaufssitzung zum Erwerb neuer Kunstwerke statt. Es wurden insgesamt 25 Arbeiten im Gesamtwert von 60.000 Euro erworben, darunter Werke von Sibylle Bergemann (Fotografie), Aleksandra Domanović (C-Print), Ayşe Erkmen (Bronze), Thomas Kilpper (Druck), Takehito Koganezawa (Aquarell) und John Miller (Fotografie).

Seit 1969 bzw. 1970 erwerben die ZLB und der n.b.k. jährlich Kunstwerke für ihre Artotheken. Gemeinsam umfassen die beiden Sammlungen 6.000 Kunstwerke moderner Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf Berlin. Der vielfältige Bestand der Artotheken beinhaltet Gemälde, Skulpturen, Aquarelle, Collagen, Gouachen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien. Alle Werke stehen den Berliner BürgerInnen für die Ausleihe zur Verfügung. Die Ausleihe ist in der ZLB mit Bibliotheksausweis unentgeltlich. Im Neuen Berliner Kunstverein wird eine geringe Versicherungsgebühr erhoben. Beide Artotheken erreichen insgesamt 20.000 Entleihungen jährlich. Langfristiges Ziel der Kooperation ist eine Zusammenführung der beiden Artotheken zu einer gemeinsamen Artothek beider Institutionen. Hintergrund ist die Überlegung, dass Zentral- und Landesbibliothek Berlin und Neuer Berliner Kunstverein gemeinsam in den geplanten Neubau der ZLB ziehen wollen.  (Pressemeldung)

Weitere Informationen zur Ausleihe finden Sie auf der Website www.nbk.org/artothek.
Mitglieder des Neuen Berliner Kunstvereins können Kunstwerke bis zu einem Jahr entleihen.

_________________________

QUALITÄT STATT AKIVISMUS

Berlin, den 16.08.2016 – Die Berliner Wohlfahrtsverbände fordern das Land Berlin auf, endlich verlässliche Rahmenbedingungen für Flüchtlingsunterkünfte sicher zu stellen. Die Qualität für Geflüchtete muss an erster Stelle stehen. Auf die seit langem bekannten Missstände in den Unterkünften hätte nach Ansicht der LIGA Berlin längst reagiert werden müssen. „Aktionismus bei der Suche nach neuen Betreibern für die PeWoBe-Unterkünfte passt zwar zum Wahlkampf, hilft aber den geflüchteten Menschen nicht weiter. Die gemachten Fehler im Vergabeverfahren dürfen sich nicht wiederholen“, sagt Ulrike Kostka, Caritasdirektorin und Vorsitzende der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin.

Vielmehr ist es zum jetzigen Zeitpunkt entscheidend, mit Sorgfalt in einem transparenten Vergabeverfahren qualitätsorientierte Betreiber auszuwählen und nicht wieder kurzfristige Übergangslösungen zu schaffen. Denn: „Qualität in der Flüchtlingsunterbringung erfordert nicht nur gute Betreiber und Kontrollen, sondern auch eine konstruktive Betreiberkommunikation und Verlässlichkeit auf beiden Seiten“, so Kostka weiter. Die Berliner Wohlfahrtsverbände haben durch die Organisation von Betreibertreffen vergangenes Jahr für eine regelmäßige Kommunikation zwischen dem Land Berlin und den Betreibern gesorgt. Sie unterstützen die Qualitätsentwicklung in der Flüchtlingsunterbringung seit langem durch fachlichen Input und politische Vertretung. (Pressemitteilung)

Weitere Informationen: Ulrike Kostka, Tel.: (030) 666 33 10 10, E-Mail: u.kostka@caritas-berlin.de

_________________________

LUTHER FÜR JEDERMANN

Mit „#HereIstand. Martin Luther, die Reformation und die Folgen“ lanciert das Deutsche Historische Museum zum Lutherjahr die erste bestellbare Ausstellung, die unter der Federführung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle und mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes realisiert wird. Die aus 30 Postern bestehende Ausstellung kann ab sofort unter www.here-i-stand.com/order bestellt werden und wird ab Oktober 2016 ausgeliefert. Die Schaubilder eigenen sich für jeden Ausstellungsraum und sind besonders für den Bildungseinsatz in Gemeinden und Schulen konzipiert.
Über 30 Poster, Infografiken und Bilder stellen das Leben Martin Luthers dar, veranschaulichen die wichtigsten Stationen der Reformationsgeschichte und ihre Auswirkungen bis heute. Sie werfen einen Blick auf die Lebensumwelt der Menschen vor der Reformation, die Zeit des Umbruchs ebenso wie auf die Veränderung der Geschlechterrollen. Für die gesamte Ausstellung wird eine Wandfläche von 20m2 benötigt. Die Ausstellung ist modular aufgebaut, so dass auch kleinere Räumlichkeiten bespielt werden können.
Die bestellbare Ausstellung „#HereIstand. Martin Luther, die Reformation und die Folgen“ ist Teil des groß angelegten gleichnamigen Kooperationsprojekts „Here I stand. Lutherausstellungen USA 2016“, zu dem auch drei Ausstellungen in den USA gehören und für die das Deutsche Historische Museum mit der Leihgabe von herausragenden Objekten beiträgt. Weitere Kooperationspartner sind das Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (federführend), die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. Ermöglicht wird die Umsetzung durch die Unterstützung des Auswärtigen Amtes.  (Presseinfomatuion)

Weitere Informationen finden Sie unter www.here-i-stand.com

_________________________

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Magazin „The Metropolitan Laboratory“ von ANCB!

Das Thema der 1. Ausgabe „Education: Trial and Error“ beschäftigt sich mit der Lehre in Kunst wie Architektur und fragt nach ihren wesentlichen Rollen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Reflektiert werden beispielsweise die Ansätze und Methoden vom Black Mountain College, von Joseph Beuys, Paul Thek, Cedric Price, Oswald Ungers bis hin zu Beatriz Colomina, Olafur Eliasson, Ai Wei Wei, Thom Mayne, Odile Decq, Peter Cook, and Joan Ockmann und vielen mehr. Ein spannendes Thema für einen Magazin-Start und mehr als relevant für unsere Zeit!

Weitere Infos bei ANCB The Aedes Metropolitan Laboratory

_________________________

VERLORENE GENERATION?

Zur Teilhbabe am gesellschaftlichen Leben ist ein Schulabschluss von großer Bedeutung. Doch rund 47.000 Jugendliche haben die Schule verlassen, ohne zumindest einen Hauptschulabschluss zu besitzen. Das ergibt eine aktuelle Studie der Carritas. Auf der Ebene der Bundesländer zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Quoten der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss der Bundesländer liegen 2014 zwischen 4,4 Prozent in Bayern und 9,2 Prozent in Sachsen-Anhalt. Dabei ist die Quote in einigen Ländern gestiegen: in Berlin von 7,7 auf 8,7 Prozent, in Schleswig-Holstein von 7 auf 7,6 Prozent, in NRW von 5,5 auf 6 Prozent, in Baden-Württemberg von 4,7 auf 5,1 Prozent und in Hamburg von 4,4 auf 4,9 Prozent. Deutlich gesunken sind hingegen die Quoten in Mecklenburg-Vorpommern (von 9,6 auf 7,9 Prozent) und in Sachsen (von 8,8 auf 7,8 Prozent).

Nach wir vor sind auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Städten und Kreisen sehr groß. Auf Kreisebene schwanken die Quoten von 1,2 Prozent in Ansbach bis 14 Prozent in Mansfeld-Südharz. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Caritas-Erhebung, für die die Daten von über 400 kreisfreien Städten und Kreisen aus dem Jahr 2014 ausgewertet wurden. Caritas-Präsident Peter Neher appelliert an alle Verantwortlichen: „Im Interesse der Jugendlichen ist es zwingend erforderlich, mehr für benachteiligte Schülerinnen und Schüler zu tun.“ Wer die Schule ohne Abschluss verlässt, hat deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz und somit nicht nur schlechte berufliche Perspektiven sondern auch weniger Chancen auf ein Leben unabhängig von staatlichen Leistungen.

Befragungen von Caritas-Experten in erfolgreichen Kreisen und Städten zeigen, dass ein Zusammenwirken von Politik, Schule, Jugendamt, Arbeitsamt, Wohlfahrtspflege und Wirtschaft dazu führen kann, dass mehr Schüler einen Abschluss schaffen. „Das gelingende Miteinander von Hilfen und Angeboten wie Schulsozialarbeit, frühen Hilfen, Berufsberatung, Berufsorientierung und Elternarbeit hilft Kindern und Jugendlichen ihren Hauptschulabschluss zu erreichen. Die politisch Verantwortlichen dürfen nicht nachlassen in ihren Bemühungen zur Kooperation, auch wenn die Situation vor Ort schwierig ist. Entscheidend ist der politische Wille vor Ort“, macht Neher deutlich. (Pressemitteilung)

_________________________

SCHAUFENSTER EUROPAS IM HUMBOLDTFORUM

Das Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin wird mit einem Schaufenster im künftigen Humboldt Forum vertreten sein. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, begrüßte die Pläne des Landes Berlin, die Kooperation mit dem erfolgreichen Dahlemer Haus zu suchen. „Es ist gut, dass das Museum Europäischer Kulturen an der Erstellung des heute vorgestellten Konzeptes für die Berliner Flächen im Humboldt Forum maßgeblich mitgewirkt hat. Nicht nur durch ihre gesellschaftsorientierten und kulturhistorischen Ansätze, sondern auch durch den Charakter ihrer Sammlungen haben das Stadtmuseum Berlin und das Museum Europäischer Kulturen große Schnittmengen und ergänzen sich inhaltlich hervorragend: Während sich das Stadtmuseum mit urbanen Lebenswelten und der kulturell diversen Gesellschaft in Berlin beschäftigt, widmet sich das Museum Europäischer Kulturen diesen Themen in Zusammenarbeit mit Partnermuseen auf nationaler und europäischer Ebene.“

Das Museum Europäischer Kulturen hat sich auf verschiedene Formen der Zusammenarbeit mit der Stiftung Stadtmuseum verständigt, um die konzeptionell relevanten europäischen Kulturen und entsprechende Objekte im Humboldt Forum einzubinden. Das Museum bringt zudem seine methodologischen und inhaltlichen Kenntnisse in das Projekt ein. Damit möchte es auch auf seinen eigentlichen Standort, sein Stammhaus in Berlin-Dahlem, aufmerksam machen, an dem es sich ab 2017 nach dem Wegzug des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin neu aufstellen wird.

„Ich begrüße es sehr, dass es durch die kollegiale Zusammenarbeit mit der Stiftung Stadtmuseum gelungen ist, gesellschaftliche und alltagskulturelle Themen – gerade im Hinblick auf die plurale Gesellschaft – europäisch zu kontextualisieren. Das Museum Europäischer Kulturen hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1999 immer wieder in Ausstellungen und Veranstaltungen mit dem Thema ,Europa in Berlin‘ auseinandergesetzt und auch seine Sammlungspolitik in Teilen danach ausgerichtet. Darum freut es mich umso mehr, dass dieses über Jahre akkumulierte Know-how und der so gewonnene Erfahrungsschatz im Humboldt Forum Anwendung finden wird,“ so Elisabeth Tietmeyer, Direktorin des Museum Europäischer Kulturen. (Pressemitteilung)

_________________________

DANIEL BARENBIOMS UTOPIE WIRD WIRKLICHKEIT

Am 15. Juni 2015 feierte die Barenboim-Said Akademie ihr Richtfest im ehemaligen Magazin der Staatsoper Berlin. Jetzt, nur ein Jahr später, sind die Bauarbeiten fast abgeschlossen. Die Räume der Akademie werden Ende Juli bezogen. 30 junge, hochbegabte Stipendiaten aus dem Nahen Osten beginnen im Wintersemester ihr Musikstudium an der staatlich anerkannten Hochschule, die bei voller Auslastung 90 Studierende zum BA-Abschluss führen wird. Glanzstück der Akademie ist der Konzertsaal, den der amerikanische Architekt Frank Gehry gezeichnet hat. Gefördert wird die Akademie von der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters. Das Auswärtige Amt finanziert die Stipendien. Private Sponsoren haben ein Drittel der Baukosten übernommen.

_________________________

BERLIN AWARD 2016 – HEIMAT IN DER FREMDE

Für seinen Beitrag zur Initiative Haus der Statistik hat das Kollektiv  raumlabor den Berlin Award 2016 – Heimat in der Fremde, ausgelobt von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, gewonnen.

Der Preis würdigt innovative Ideen zur Unterbringung Geflüchteter. Maßgebliches Ziel des Awardes ist es, durch innovative Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität von Flüchtlingen beizutragen. Dabei geht es auch darum, dass die Projekte sich stadträumlich einbinden lassen und die Vernetzung in den urbanen Kontext fördern.

Das Deutsche Architekturmuseum hat die Projektbeiträge in die Refugee Housing Datenbank aufgenommen – sie werden derzeit im deutschen Pavillon auf der 15. Architekturbiennale in Venedig gezeigt.

_________________________

MEHR TEILHABE DURCH NEUES GESETZ?

Menschen mit Behinderungen sollen ein selbstbestimmtes Leben in der Mitte der Gesellschaft führen können. Das Kabinett hat am 28. Juni das Bundesteilhabegesetz auf den Weg gebracht. Doch viele Betroffene sehen ihre Selbstbestimmung dadurch eingeschränkt und fürchten Sparmaßnahmen: 20 Rollstuhlfahrer ließen sich aus Protest vor dem Berliner Hauptbahnhof in einen Käfig einsperren…

_________________________

NEUERSCHEINUNG: OPEN HOUSE 2 VON FLORENTINE SACK

Kann ein Gebäude wirklich ohne jegliche Beziehung zu dem Ort sein, an dem es steht? Darf sich Gebautes frei von allen sozialen, geografischen und kulturellen Einflüssen manifestieren, ohne Gefahr zu laufen, beliebig und austauschbar zu sein und damit an substanzieller architektonischer Qualität zu verlieren? Diesen und naheliegenden gesellschaftspolitisch relevanten Fragen widmet sich die Publikation Open House 2 und zeigt, welch vielfältige Bezüge zwischen Mensch und Umwelt in der Architektur geschaffen werden können, um die Lebensqualität zu verbessern. Am Beispiel verschiedener Gebäudetypologien aus Wohnungsbau, Öffentlichen Bauten sowie dem Öffentlichen Raum werden Gestaltungskriterien für eine neue Architektur definiert und und Umsetzungsmöglichkeiten vorgestellt. Bauten von Junya Ishigami, De Vylder Vinck Taillieu, Brandl­huber+, Snøhetta, TYIN tegnestue Architects und vielen anderen stehen dabei beispielhaft für diese Architektur des „Offenen Hauses“. Die detailreichen Analysen geben vielseitige Anregungen für eigene Umsetzungen. (Pressemitteilung)

JOVIS Verlag, ISBN 978-3-86859-393-8, € 28,00.

_________________________

FLUCHT UND AKTION

Aus 210 Einreichungen hat die Jury des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung 48 zur Förderung ausgewählt. Sie werden mit einer Gesamtfördersumme in Höhe von knapp 755.000 € unterstützt, das Antragsvolumen betrug 3,2 Millionen EURO.

Die Antragslage spiegelt den Bedarf deutlich: Mit 210 eingereichten Projekten hat die Ausschreibung in der Fördersäule 1 des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung einen neuen Rekord erreicht. Der thematische Schwerpunkt der letzten Monate setzt sich dabei fort. Knapp 80% aller Anträge hatten einen Bezug zu Flucht und Migration oder beschäftigen sich mit der Frage, wie Kunst und Kultur dazu beitragen können, das Zusammenleben in einer vielfältiger werdenden Gesellschaft zu gestalten. Die Jury berücksichtigte vor allem Projektanträge, die Vielfalt nicht als Problem, sondern als Chance begreifen und Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung als Leitende und Vermittelnde einbeziehen. Die Jury bestand aus sieben Expert*innen der Kulturellen Bildung: Monika Zessnik (Vorsitz), Tanya D’Agostino, Stéphane Bauer, Nurkan Erpulat, Prof. Dr. Elke Josties, Matthias Krebs und Gabriele Sagasser.

Bewilligte Projekte sind beschrieben unter www.projektfonds-kulturelle-bildung.de.

_________________________

Initialkapital
Nachhaltige Stadtentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Kommunen, Bürgern und Wirtschaft

In den kommenden Jahren wird sich die Montag Stiftung Urbane Räume gemeinsam mit der Stadtverwaltung Halle und der Freiraumgalerie im Halleschen Stadtteil Freiimfelde engagieren. Für ein zweites Projekt im Stiftungsprogramm „Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung“ suchte die Stiftung 2015 mit einem bundesweiten Projektaufruf einen benachteiligten Stadtteil und lokale Akteure, die gemeinsam für ihren Stadtteil aktiv werden wollen. Die Idee hinter dem Programm ist, mit einer Anfangsinvestition Immobilien oder Freiflächen gemeinwohlorientiert zu entwickeln und zu bewirtschaften. Die Renditen daraus sollen dem jeweiligen Stadtteil zugutekommen. Das ist nur mit einer aktiven Beteiligung der Stadtverwaltung, der Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner sowie der lokalen Wirtschaft möglich, die die Rahmenbedingungen vor Ort schaffen und gemeinsam mit der Stiftung die Gemeinwesenarbeit gestalten.

Weitere Informationen zum Projekt und zur Stiftung gibt es bei der Montag Stiftung.

_________________________

FASHION QUEEN

„Stil hast du – Kleider leihst du“ – so der Slogan der Berliner Kleiderei. Modisch up to date, ohne sich finanziell zu verausgaben? Kein Problem? Mal die Lady rauskehren oder den Vamp? Kein Problem. Und das alles mit viel Spaß und kleinem Geld…

_________________________

WOHNEN IN DER 2. LEBENSHÄLFTE

Die neue Plattform nummer50.de von Andreas Pötter bietet Menschen jenseits der 50 die Möglichkeit, Formen des gemeinschaftlichen Wohnens für sich zu entdecken. Dabei informiert nummer50 über die bestehenden Wohnformen, bietet die Gelegenheit, Mitbewohner zu finden oder aber Wohnprojekte zu entdecken sowie regionale Experten zu beauftragen.

_________________________

SEED BOMB CITY

Mit der U7 zur Prachttomate, mit der U5 zum Menschenkindergarten… Um die 100 Gemeinschaftsgärten gibt es inzwischen in Berlin. Ein neu erschienener U-Bahnplan der Initiative „Seed Bomb City“ zeigt nun, entlang welcher Linien in Berlin sich welche Gartenprojekte finden. Also Harke und Sämereien einpacken, Auto stehenlassen – und los geht’s…

_________________________

SOCIAL DESIGN AWARD

„Gute Ideen für unsere Straße“ suchen DER SPIEGEL Wissen und SPIEGEL ONLINE, in Kooperation mit dem BAUHAUS, in einem Leserwettbewerb.  Zum dritten Mal kürt die Jury einen Sieger, und die Leser von SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL WISSEN bestimmen den Gewinner des Publikumspreises. Beide Preise sind mit jeweils 2500 Euro dotiert. Die Einreichungsfrist läuft bis zum 31. August 2016:

„Es gibt Schnellstraßen und Durchgangsstraßen in unseren Städten. Diese Trassen sind für die Autos da; Menschen sind hier Randerscheinungen. Und dann gibt es Straßen, in denen gespielt, geschlendert, geklönt wird. Die Menschen füllen sie mit Leben, veranstalten Flohmärkte, bauen mobile Küchen auf, bepflanzen Baumscheiben.

Von solchen Lebensstraßen brauchen wir aber noch viel mehr – und wir brauchen viel mehr Ideen, wie sich die ganz normalen Asphaltstrecken in Lebensstraßen verwandeln lassen. SPIEGEL WISSEN und SPIEGEL ONLINE suchen, in Kooperation mit BAUHAUS, deshalb hierfür die besten Vorschläge: beim Wettbewerb ‚Gute Ideen für unsere Straße‘.“

Weitere Informationen

_________________________

CITY LINKAGE: ART AND CULTURE FOSTERTING URBAN FUTURES 

Neuerscheinung von Michael Ziehl / Carsten Rabe / Till Haupt (Hg.)

Wie möchten wir zusammenleben? Auf welche Weise können sich Bürger direkt an der Stadtpolitik beteiligen? Wie können wir Städte lebenswert gestalten? Angesichts rapider Veränderungen unserer Städte infolge von Klimawandel und Globalisierung sind diese Fragen wichtiger denn je. Welche Rolle spielen Künstlerquartiere und selbstorganisierte kulturelle Projekte bei der Suche nach Lösungen für die Stadt der Zukunft? In City Linkage stellen Künstler, Wissenschaftler, Aktivisten und Theoretiker gelungene internationale Beispiele der Stadtentwicklung vor, die zeigen, in welchem Maße Kunst und Kultur zur Manifestation einer nachhaltigen Stadt beitragen können.
Broschur, 146 Seiten mit ca. 50 farb. Abb., Englisch, EUR (D) 25,00, ISBN 978-3-86859-416-4

_________________________

WIN-WIN-SITUATION

Was passiert mit den Resten des Lunch-Buffets im Restaurant? Was mit den köstlichen Kuchen und Torten der Bäckerei kurz vor Ladenschluss? Eine Million Tonnen Lebensmittel werden einer Stuttgarter Studie zufolge jedes Jahr weggeschmissen. Too good to go – so der Name einer neuen App gegen Lebensmittelverschwendung, mit deren Hilfe die Betriebe überschüssige Gerichte günstig weitergeben können. Wie es funktioniert? Per App und Internetplattform können die Kunden – für kleines Geld –online bezahlen, bekommen eine Bestätigung aufs Handy. Vor Ort können sich die Kunden dann ihre Box individuell zusammenstellen. Eine Win-Win Situation!

_________________________

Refugees in Arts & Education. Ausstellung zum Festival INTERVENTIONEN

Die Ausstellung gibt einen Überblick über Bildungs- und Kulturprojekte von und mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen, die vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung seit 2008 gefördert worden sind. Vierzehn beispielhafte Projekte veranschaulichen, wie Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen einen möglichst gleichberechtigten Zugang zum Alltag in ihrer neuen Umgebung finden und gemeinsam mit den bereits länger hier Lebenden Zukunft gestalten können.

Gülin Feat Newcomer Youngsters vereint junge Musiker, die ihre Heimat kriegsbedingt verlassen mussten. Die Projektleiterin Gülin bringt junge Talente aus Erstaufnahmeeinrichtungen auf die Bühne – ein Mix aus arabischem, kurdischem und persischem HipHop, mit Jazz, Electro, türkischen Vocals und Live Beatbox.

Die Ausstellung (12. Mai bis 6. Juni) ist Teil des Festivals INTERVENTIONEN – Refugees in Arts & Education 2016 am 3./4. Juni im Podewil (Mitte) und auf dem Mariannenplatz (Kreuzberg).

_________________________

Was sagen die Kunstgeschichtsprofessoren dazu?

Jederzeit möglich ist der Einstieg in den Online-Kurs des Frankfurter Städel Museums, der gemeinsam mit dem Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft und Centre for Digital Cultures von der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt wurde. Fünf Module von „Sehen lernen“ über „Positionen ergründen“ bis zu „Sammeln und präsentieren“ und rund 250 ausgewählte Werke aus der Sammlung des Museums bieten multimediale Einblicke in die moderne Kunst von 1750 bis heute. Online, kostenlos und für alle.
Onlinekur.staedelmuseum.de

_________________________

Open Access: Forschungsdaten uneingeschränkt und zitierfähig publizieren

Unterzeichnung einer bekräftigenden Note zur „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“
Gemeinsam mit den Präsidentinnen und Präsidenten sowie Direktoren ihrer sechs beteiligten Partnerinstitutionen plädieren die Sprecher des Exzellenzclusters Topoi dafür, dass in den Altertumswissenschaften neben wissenschaftlichen Aufsätzen und Büchern verstärkt auch digitalisierte Forschungsdaten nach dem Open-Access-Prinzip zugänglich gemacht werden sollten. In einer vom Exzellenzcluster formulierten bekräftigenden Note zur „Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ fordern sie die Bibliotheken, Museen, Archive und Bildungseinrichtungen dazu auf, ihre Digitalisate, wie dreidimensionale Modelle, Lichtbilder oder Textquellen, als computerlesbare Objekte uneingeschränkt und weltweit zitierfähig zur Verfügung zu stellen.

Die Deklaration ist nachzulesen unter  http://openaccess.mpg.de/Berlin-Declaration und weitergehende Informationen gibt es hier; www.topoi.org

_________________________

Atelierräume teilen, mieten, optimal nutzen

Auf http://art-in.de/share entsteht ein Netzwerk zum Teilen von Arbeitsräumen, egal ob in Berlin, München oder auf Rügen.

_________________________

Weltweit an einem Strang

Schnell, aktuell – und möglichst exklusiv. Was jedoch passiert, wenn Journalisten gemeinsame Sache machen, zeigt der Fall der Panama Papers, bei dem sich die Süddeutsche Zeitung, der WDR und NDR zu einem Rechercheverbund zusammengetan hatten. Der investigative Aufwand ist immens. So teilten die Redakteure Arbeit und Erkenntnisse. Gemeinsam mit 100 Redaktionen aus aller Welt veröffentlichten die deutschen Journalisten Anfang April geheime Dokumente eines Finanzdienstleisters aus Panama. Zeitgleich. Sie beleuchteten damit nicht nur das nebulöse System der Offshore-Konten und brachten Putin und andere Politiker und Prominente in Bedrängnis. Darüber hinaus lösten sie eine Debatte über Briefkastenfirmen und die Steuermoral aus.

_________________________

Auf den Spuren Hildegard von Bingens

Im Herz Jesu Kloster Berlin entsteht derzeit der erste kirchliche Urban Garden Deutschlands, in dem in Hochbeerten neben Blumen und Gemüse vor allem Kräuter angebaut werden. http://www.scj.de/haeuser/berlin/

_________________________