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Der Friedrichstadt-Palast feiert am Montag, 10. Dezember 2018 gemeinsam mit dem ‚Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.‘ erneut das Lichterfest Chanukka – auf der größten Theaterbühne der Welt, mitten in Berlin.

„Dies soll ein selbstbewussten Zeichen sein für vitales jüdisches Leben und jüdische Kultur in Berlin und Deutschland. Gerade in diesen Zeiten mit ihren Verharmlosungen der NS-Verbrechen und neuen Bedrohungen von vielen Seiten für die freie Entfaltung von Minderheiten, darunter auch und wieder zunehmend von antisemitischen Verunglimpfungen und Judenhass“, so Intendant Dr. Berndt Schmidt.

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Verleihung des Internationalen Brückepreises an Daniel Libeskind – Grütters: „Auf uns alle kommt es an, wann immer Menschlichkeit gefährdet ist“

Der internationale Brückepreis 2018 der Europastadt Görlitz/Zgorzelec ist am 26. Oktober 2018 an den international renommierten Architekten Daniel Libeskind verliehen worden. Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich um die europäische Verständigung verdient gemacht haben.
 
Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, würdigte Daniel Libeskind in ihrer Laudatio als „grandiosen Brückenbauer“, der das „Miteinander statt Gegeneinander“ zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat: „Sein ausdrucksstarkes architektonisches Schaffen zeichnet sich durch sein feines Gespür dafür aus, wie sich die Abgründe der Menschheitsgeschichte durch Architektur vermitteln lassen. Dazu kommt Daniel Libeskinds unbändiger Wille, aus dem Erinnern eine Botschaft zu entwickeln – die Botschaft, Trennendes zu überwinden, ohne geschehenes Unrecht zu überdecken. Dies macht seine große Kunst aus, die weltweit hohe Anerkennung genießt. Mit seinen Gebäuden gibt er uns allen eine zentrale Botschaft mit: Auf uns alle kommt es an, wann immer Menschlichkeit gefährdet ist.“
 
Monika Grütters weiter: „Auch hier in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec ist es gelungen, das Verbindende über das Trennende zu stellen. Über Jahrhunderte war die Oder-Neiße-Region ein Raum, in dem unterschiedliche kulturelle Einflüsse sich kreuzten und gegenseitig befruchteten. Der Freistaat Sachsen und mein Haus fördern gemeinsam das Schlesische Museum, das nach neuen Wegen zu dieser alten Kulturlandschaft sucht und dabei auf zahlreichen Ebenen als grenzüberschreitender Brückenbauer wirkt.“
 
Das Fundament, auf dem das geeinte Europa erbaut ist, habe allerdings Risse bekommen, sagte die Kulturstaatsministerin. „Die Egoismen des Nationalismus finden wieder verstärkt Anklang. Populisten in ganz Europa schlagen Kapital daraus und scheuen sich nicht, zentrale Freiheitsrechte und demokratische Prinzipien in Frage zu stellen. Hass und Hetze einer Minderheit dürfen in Deutschland nie wieder eine schweigende Mehrheit finden. Es ist unsere Pflicht, Haltung zu zeigen und unsere Grundüberzeugungen zu leben! Daher bin ich für alle dankbar, die am vergangenen Sonntag in Dresden gegen Pegida auf die Straße gegangen sind. Dankbar bin ich auch für alle, die sich Zeit nehmen, um Hasskommentaren im Internet etwas entgegenzusetzen: vor allem Fakten und Argumente.“
 
Der Internationale Brückepreis wird seit 1993 vergeben. Zu Daniel Libeskinds architektonischen Hauptwerken gehören u.a. seine Entwürfe zum Jüdischen Museum in Berlin, zum Militärhistorischen Museum in Dresden und sein Entwurf zur Neugestaltung des Ground Zero in New York. Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre sind z.B. die Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff, die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker.

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Der »Preis für Verständigung und Toleranz« geht dieses Jahr an die Unternehmerin Susanne Klatten und den Schriftsteller David Grossman

Am Samstag, dem 10. November 2018, verleiht das Jüdische Museum Berlin zum 17. Mal den »Preis für Verständigung und Toleranz«. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr an die UnternehmerinSusanne Klatten und den SchriftstellerDavid Grossman verliehen. Die Laudatoren sind der SoziologeProf. Dr. Hartmut Rosa für Susanne Klatten sowie AußenministerHeiko Maas für David Grossman. Peter Schäfer, Direktor des Jüdischen Museums Berlin, wird die Preise überreichen.

Der »Preis für Verständigung und Toleranz«
Mit dem »Preis für Verständigung und Toleranz« werden seit 2002 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Politik ausgezeichnet, die sich auf herausragende Weise um die Förderung der Menschenwürde, der Völkerverständigung, der Integration von Minderheiten und des Zusammenlebens unterschiedlicher Religionen und Kulturen verdient gemacht haben. Der Preis wird traditionell im Rahmen eines festlichen Dinners gemeinsam vom Jüdischen Museum Berlin und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Jüdisches Museum Berlin e.V. verliehen.

Die Begründung der Jury:

Susanne Klatten: »Seit vielen Jahren wirkt Susanne Klatten durch ihre Arbeit aktiv und wegweisend an der Bewältigung wichtiger gesellschaftlicher Aufgaben in unserem Land mit. Ihr gesellschaftliches Engagement ist ein bemerkenswertes Beispiel für eine wirkungsorientierte und damit nachhaltig erfolgreiche Philanthropie. Insbesondere ihre SKala-Intitiative setzt sich auf beeindruckende Weise für Menschen ein, die zu einem besseren gesellschaftlichen Miteinander in Deutschland beitragen.«

David Grossman: »David Grossman hat sich nicht nur als Schriftsteller international einen Namen gemacht, sondern ist auch durch seine mutige Teilnahme an den gesellschaftspolitischen Debatten seines Landes hervorgetreten. Das persönliche Engagement für Frieden und relevante gesellschaftliche Fragen, das sich in seinem literarischen Werk und den Beiträgen zu tagesaktuellen Themen widerspiegelt, hat uns bewogen, David Grossman in diesem Jahr mit dem Preis auszuzeichnen.«

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Kunst und Kultur für lebendige Quartiere

Im Oktober nehmen bundesweit zwölf Modellvorhaben im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ ihre Arbeit auf. Diese sind Teil der ressortübergreifenden Strategie „Soziale Stadt“ und des Modellprogramms „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“, für das der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, und die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, im Juni eine Ressortvereinbarung unterzeichnet hatten.
 
Kulturstaatsministerin Grütters betont: „Kunst und Kultur haben die Kraft, Selbstvergewisserung und Zusammenhalt zu stärken. Ich trete deshalb für eine Kulturpolitik ein, die für Freiheit und Vielfalt und zugleich für Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt steht. Mit dem Modellvorhaben ‚UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier‘ stärken wir wirksam Soziokulturelle Zentren und damit die Kulturarbeit in benachteiligten urbanen Gebieten. Hier ermutigen wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu, das gesellschaftliche Leben vor Ort mitzugestalten. Die ausgewählten Projekte leisten damit einen wichtigen Beitrag, demokratische Überzeugungen zu festigen.“
 
Bundesinnenminister Horst Seehofer: „Mit der Strategie Soziale Stadt hat sich die Bundesregierung auf ein gemeinsames und ressortübergreifendes Vorgehen für benachteiligte Stadtteile verständigt, denn bauliche Investitionen alleine reichen nicht aus, um benachteiligte Quartiere dauerhaft zu stabilisieren und für gleichwertige Lebensverhältnisse in unseren Städten zu sorgen. Ich freue mich, dass wir jetzt gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zwölf kulturbezogene Projekte starten können.“
 
Ein Fachbeirat hat aus einer zuvor von einer Jury priorisierten Shortlist zwölf Konzepte ausgewählt. Bis September 2022 werden Soziokulturelle Zentren in Berlin, Bremen, Hamburg, Hildesheim, Kassel, Magdeburg, Mannheim, Nürnberg, Oberhausen, Trier, Weimar und Wuppertal mit insgesamt bis zu 6,1 Millionen Euro gefördert, um das kulturelle Angebot ihres Quartiers beziehungsweise Stadt- oder Ortsteils zu verbessern und nachhaltige Strukturen zu schaffen. Verschiedene soziokulturelle Angebote wie beispielsweise künstlerische Aktionen, Foto- oder Theaterwerkstätten sollen die Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier zusammenführen und ihnen Gelegenheit zu Begegnung, Partizipation und eigene Aktivitäten bieten. Die Bundesregierung leistet damit einen kulturellen Beitrag zur Verwirklichung gleichwertiger Lebensverhältnisse, wie es der Koalitionsvertrag und die Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ vorsehen. Die Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. steht den Modellprojekten beratend als Koordinierungsstelle zur Seite.
 
Mit der 2016 vom Bundeskabinett beschlossenen ressortübergreifenden Strategie Soziale Stadt “Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier“ wurde die Grundlage für eine stärkere Verzahnung verschiedener Ressortprogramme gelegt. Hierfür stehen von 2017 bis 2020 jährlich 10 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung. Für 2019 sind weitere Maßnahmen im Modellprogramm „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“ geplant. (PM)
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Rijksmuseum restauriert Rembrandts Nachtwache öffentlich

Das Rijksmuseum in Amsterdam lädt die Öffentlichkeit ein, die Restaurierung der „Nachtwache“, Rembrandts berühmtestes Meisterwerk, zu verfolgen. Die Arbeit beginnt im Juli 2019 und wird während der gesamten Zeit im Museum selbst und auch online zu verfolgen sein.

„Die Nachtwache“ ist das Herzstück der Werke Rembrandts im Besitz des Rijksmuseums. Anlässlich des 350. Todestages des Künstlers zeigt das Rijksmuseum seinen gesamten Bestand von mehr als 400 Werken des Malers in einer Sonderausstellung, die am 15. Februar 2019 eröffnet.

Das Gruppenbild „Die Nachtwache“ wurde 1642 vom Bürgermeister Frans Banninck Cocq in Auftrag gegeben, der gleichzeitig Leiter der Amsterdamer Bürgerwehr war. Es gilt heute als eines der bedeutendsten Kunstwerke der Welt und befindet sich in der eigens dafür eingerichteten „Ehrengalerie“ im Rijksmuseum. Vor mehr als 40 Jahren wurde „Die Nachtwache“, nach einem Angriff auf das Gemälde im Jahr 1975, zuletzt restauriert.

Im kommenden Juli wird „Die Nachtwache“ in eine hochmoderne Glaskammer gehüllt, die vom französischen Architekten Jean Michel Wilmotte entworfen wurde. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Gemälde während der Restaurierung für die Besucher des Museums ausgestellt bleiben kann. Eine digitale Plattform wird es Zuschauern aus der ganzen Welt ermöglichen, den gesamten Prozess online zu verfolgen.

Taco Dibbits, der Generaldirektor des Rijksmuseums, sagt: „Die Nachtwache ist eines der berühmtesten Gemälde der Welt, und es ist die Aufgabe des Rijksmuseums, sich darum bestmöglich zu kümmern. Die Nachtwache gehört uns allen, und deshalb haben wir beschlossen, die Restaurierung im Museum selbst durchzuführen, so dass alle den Prozess auch online verfolgen können.“ (PM)

 

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Das Times Art Center Berlin (TACB) eröffnet am 30. November 2018 in Berlin als neuer experimenteller Raum für zeitgenössische Kunst aus China. In den vergangenen Jahren ist in China geschaffene Kunst – ob von Künstler*innen aus China oder aus dem Ausland – zu einem wichtigen Teil der globalen Kunstszene geworden. Nun ist es an der Zeit, diese Entwicklung in Berlin stärker sichtbar zu machen. Dazu möchte das TACB, eine dem renommierten Guangdong Times Museum im südchinesischen Guangzhou zugeordnete Organisation, einen Beitrag leisten. Das Times Art Center Berlin stellt einen bedeutenden Teil der chinesischen Kunstwelt vor, der im Westen weniger bekannt und auf dem globalen Kunstmarkt unterrepräsentiert ist – die experimentelle Kunstszene aus dem Perlflussdelta. Die dreiteilige Eröffnungsausstellung „The D-Tale, Videokunst aus dem Perlflussdelta“ wird kuratiert von HOU Hanru und XI Bei, künstlerische Leiterin des TACB.
Das Times Art Center Berlin ist eine gemeinnützige Kunstinstitution und hat das Ziel den kulturellen Dialog zwischen Asien und Europa zu fördern. Dazu werden enge Kooperationen mit in Berlin ansässigen Kunst- und Kulturschaffenden und Institutionen angestrebt. Das TACB ist ein unabhängiger und selbstverwalteter Ort und wird neben Ausstellungen, Forschungsprojekten und Auftragsarbeiten auch Filmvorführungen, Diskussionen, Künstlerresidenzen und Publikationen realisieren. Als experimenteller Raum und forschungsorientierte Plattform möchte es die lebendigen Berliner Kunstszenen mit einer Stimme aus dem globalen Süden bereichern.
Aus der Perspektive einer asiatischen Kunstinstitution untersucht das Times Art Center Berlin neue Modelle kultureller Migration in Europa und der Welt. Dabei wird sich das Programm längerfristig auf drei Hauptbereiche konzentrieren: So sollen kritische und intellektuelle Rahmenbedingungen für die Präsentation chinesischer Gegenwartskunst in Europa geschaffen und Forschungsaufenthalte für chinesische Künstler unterstützt werden. Die Zusammenarbeit mit lokalen Kunstinstitutionen und Kulturproduzent*innen in Ausstellungen, diskursiven Veranstaltungen und Forschungsprojekten ist ein weiteres Ziel. Darüber hinaus soll im transnationalen Austausch eine intellektuelle und künstlerische Auseinandersetzung zwischen Asien und Europa gefördert werden. Der Idee eines Austausches folgend werden die Ergebnisse und Resultate dieser internationalen Kooperationen auch die Arbeits- und Produktionsweise in Guangzhou beeinflussen.
Das Times Art Center Berlin ist eine Initiative des Guangdong Times Museums. Erstmals hat damit ein unabhängiges asiatisches Kunstmuseum eine Parallel Institution im Ausland gegründet. (PM)
Times Art Center Berlin 
Potsdamer Straße 87, 10785 Berlin

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Mapping the Collection: Neues zweijähriges Forschungsprojekt startet mit einem Blog am Museum Ludwig

Im Juli 2018 hat das zweijährige Forschungsprojekt Mapping the Collection am Museum Ludwig begonnen.  Dank des Terra Foundation Collection Research Fellowship for American Artwird nun die Sammlung US-amerikanischer Kunst vor 1980 in der Sammlung des Museum Ludwig unter neuen Gesichtspunkten erforscht und ausgewertet. Es handelt sich hierbei um ein Forschungsstipendium der Terra Foundation for American Art mit Sitz in Chicago und Paris, die die Erforschung und das Verständnis von US-amerikanischer Kunst weltweit fördert. Erste Ergebnisse werden nun in einem neuen Blog vorgestellt: blog.museum-ludwig.de/

Das Museum Ludwig besitzt eine der wichtigsten Sammlungen US-amerikanischer moderner und zeitgenössischer Kunst außerhalb der USA. Das Fundament für die Museumsgründung legte das Stifter*innenpaar Peter und Irene Ludwig 1976 mit der Schenkung von 350 Werken moderner Kunst an die Stadt Köln. In Deutschland zählte das Sammler*innen-Ehepaar zu den ersten, die in den Jahrzehnten unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in den Vereinigten Staaten sammlerisch tätig wurden. Die Nachkriegszeit läutete eine Phase ein, in der US-amerikanische Kunst und Kultur sich immer größerer Beliebtheit in Europa erfreuten und die kulturelle Szene stark beeinflussten. Durch ihre Aktivität als Sammler*innen beteiligten sich die Ludwigs aktiv an dieser Entwicklung. Die Sammlung des Museums verschafft einen guten Überblick über die Entwicklung der Kunst in den Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg und umfasst Werke von einigen der weltweit bekanntesten Künstler*innen, darunter auch Andy Warhol, Roy Lichtenstein, James Rosenquist und Jackson Pollock. Doch das Bild der Kunst, das sich aus dieser Entwicklung ergab und das bis heute mit unserer Vorstellung der US-amerikanischen Kunst verbunden ist, ist zentriert auf die Identität des weißen, heterosexuellen, männlichen Künstlers und dessen formalen und ästhetischen Vorstellungen. Von diesem Bild ausgeschlossen sind Künstlerinnen sowie Artists of Color und alle, die nicht den heteronormativen Standards gerecht werden.

Das Forschungsprojekt Mapping the Collection nimmt die Sammlung, die in ihr vertretenen Kunstwerke und Künstler*innen, ihre sammlungsspezifische Geschichte und Entwicklung in den Blick. Hierbei soll, unter Einbezug der sozialen, politischen und historischen Bedingungen, eine Neubewertung und Erweiterung der Geschichtsperspektiven vollzogen werden. Diese Neubewertung knüpft an künstlerische Perspektiven an, die zu den Diskursen rund um Postkolonialismus, Dekolonisierung und Genderrepräsentation der frühen 1990er Jahre beigetragen haben.

Das Forschungsprojekt gliedert sich in drei Phasen. Die erste betrifft die Sichtbarmachung der Forschungsergebnisse, die ab sofort im Museums-Blog der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Kunstbewegungen, Kunstwerke oder künstlerische Praktiken werden vor dem Hintergrund ihrer historischen, sozialen und politischen Produktionsbedingungen neu betrachtet.

Janice Mitchell, Terra Foundation Research Fellow am Museum Ludwig über ihre neue Aufgabe: „Ich bin seit Juli hier am Museum und habe mir zunächst einen Überblick über die Sammlung der US-amerikanischen Kunst bis 1980 verschafft. Es gibt noch jede Menge zu entdecken. In den kommenden Wochen werde ich mich auf den Abstrakten Expressionismus konzentrieren und neue Querverbindungen, unter anderem nach Mexiko, aufzeigen. Dies alles kann man in unserem Blog mitverfolgen.“

Die zweite Phase des Projekts, die auf diesen Erkenntnissen aufbaut, besteht aus punktuellen Eingriffen in die permanente Sammlungspräsentation, die in diesem Zuge auch kommentiert wird. Dieser Prozess wird binnen zwei Jahren in verschiedenen Räumen der Sammlung sichtbar gemacht.

Als dritte Phase wird, zeitgleich zu den Sammlungsinterventionen in zwei Jahren, eine Konferenz zur Rezeption US-amerikanischer Kunst und Kultur im Nachkriegsdeutschland ausgerichtet. Die Konferenz bringt Wissenschaftler*innen, Kurator*innen und Künstler*innen aus unterschiedlichen Kontexten zusammen. (PM)

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#Meinwanderungsland: Jede Geschichte zählt

Deutschland ist #Meinwanderungsland. DOMiD startete im August ein Projekt, das Geschichten der Migrationsgesellschaft in Deutschland sammelt und teilt. Auf www.meinwanderungsland.de können alle – ob mit oder ohne eigene Migrationserfahrung – ihre Geschichten teilen. Ziel ist es, aktuelle Debatten zu entdramatisieren und zu einer inklusiven Erinnerungskultur beizutragen. Gefördert wird das Projekt durch die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration Annette Widmann-Mauz.

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Kreative Solidarität – Künstler*innen nehmen Standortsicherung Berlins selbst in die Hand

Die Atelierhaus-Genossenschaft-Berlin (AHGB eG) eröffnet am 14. September 2018 das erste, von Künstler*innen selbst finanzierte Atelierhaus der Stadt. Mit ihrem Engagement in der Genossenschaft machen die beteiligten Künstler*innen deutlich, wie wichtig ihnen der Erhalt des Standortfaktors Kultur in Berlin ist. Denn durch das genossenschaftliche Prinzip mit seiner nachhaltigen Strategie sichern sie sich nicht nur selbst Arbeitsplatz und Ausstellungsraum, sondern erhalten den neu geschaffenen Atelier-Standort in Charlottenburg-Nord auch für nächste Generationen von Berliner Künstler*innen.
Künstlerische Arbeit ist ein ernsthaftes Gewerbe, für das auf Dauer sichere und bezahlbare Arbeitsräume notwendig sind. Die steigenden Mieten für Wohn- und Arbeitsraum in Berlin – auch bei Gewerbeflächen entwickeln sich die Mietpreise dramatisch – betreffen die Künstler*innen der Stadt in doppelter Hinsicht. Die aktuelle Umfrage des Instituts für Strategieentwicklung (IFSE) belegt, dass nur 10% der Künstler*innen in Berlin vom Ertrag ihrer künstlerischen Arbeit leben können. Durch die prekäre Lebenslage sind sie zumeist nicht in der Lage, steigende Mietkosten zu tragen und verlieren so buchstäblich ihren Arbeitsplatz. Nach Aussage des Atelierbeauftragten der Stadt Berlin, Dr. Martin Schwegmann, verringert sich die Zahl von bezahlbare Ateliers in der Stadt um etwa 350 pro Jahr, wobei vom Senat geplante Gegenmaßnahmen bedauerlicherweise viel zu langsam Wirkung zeigen.
Um dem Ateliernotstand in Berlin durch Eigeninitiative entgegenzutreten, wurde 2015 die Atelierhaus-Genossenschaft-Berlin eG als Initiative des Kunstverein Tiergarten e.V. in Berlin-Moabit vom Architekten Christian Hamm und Ulf Heitmann, einem Vorstandsmitglied der Wohnungsbaugenossenschaft Bremer Höhe eG, gegründet. Mittlerweile sind knapp 50 Künstler*innen Mitglieder der Genossenschaft.
Rund 30 Künstler*innen haben die Mittel und den Mut aufgebracht, im Januar 2017 das Gebäude im Stieffring 7 von einem privaten Eigentümer zu erwerben. Außerhalb des Berliner Zentrums im Norden Charlottenburgs in einem Gewerbegebiet in der Nähe des Flughafen Tegel gelegen, verfügt das in den 1960er Jahren gebaute Gebäude über teilbare Arbeitsräume auf drei Etagen sowie einen Lastenaufzug. Für die kleinste Einheit von 20 qm Atelierfläche war eine Einlage von 8.000 Euro notwendig. Hinzu kommt eine langfristig stabile, monatliche Bruttowarmmiete von 8 Euro pro Quadratmeter. Knapp zwei Drittel der Erwerbskosten werden über eine Berliner Bank finanziert, die der Vorstand der Genossenschaft als Partner für das Projekt gewinnen konnte. Kauf wie Ausbau des Atelierhauses wurden bislang ohne öffentliche Fördermittel oder politische Unterstützung geleistet.
Die Eröffnung des „AHGB Haus 1“ in Berlin-Charlottenburg feiert die Atelierhaus-Genossenschaft-Berlin mit offenen Ateliers und einer Einweihungzeremonie, an der auch der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf Reinhard Naumann teilnehmen wird. Für das leibliche Wohl der Besucher*innen ist gesorgt.  (PM)
Eröffnung
Freitag, 14. September 2018, 16–20 Uhr

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Grütters fördert neues „fragFINN“-Projekt – frühzeitige Medien- und Nachrichtenkompetenz unabdingbar für demokratische Meinungsbildung

Die Kinderreporterinnen und -reporter des fragFINN e.V. berichten bereits seit 2012 speziell für ihre Altersgruppe über tagesaktuelle Themen. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, stellt in den Jahren 2018 bis 2020 bis zu 240.000 Euro zur Verfügung, damit dieses erfolgreiche Konzept – von Kindern für Kinder und für gesellschaftliche Teilhabe – zu einem eigenständigen bundesweiten Modellprojekt mit einem Schwerpunkt im Bereich Bildung, Kultur und Medien ausgebaut werden kann.
Grütters betonte: „fragFINN leistet seit vielen Jahren einen wertvollen und substanziellen Beitrag zum Jugendmedienschutz. Die Idee, die FINNreporterinnen und -reporter als Botschafter für den Qualitätsjournalismus einzusetzen, hat mich sofort überzeugt. So ist sichergestellt, dass diese Inhalte bei der jungen Zielgruppe auch ankommen. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Medien- und Nachrichtenkompetenz und damit insbesondere auch zum demokratischen Meinungsbildungsprozess, wenn junge Menschen sich schon so früh im Leben engagiert einbringen. Es bietet Kindern zudem ganz im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention die Möglichkeit, aktiv am kulturellen Leben und gesellschaftlichen Diskurs teilzuhaben. Ich freue mich daher sehr, den fragFINN e.V. hierbei zu unterstützen.“
 
Mit dem Modellprojekt erhalten die FINNreporterinnen und –reporter – wie sie offiziell heißen – eine professionelle journalistische Ausbildung, vor und hinter der Kamera. Ihre Reportagen werden online unter anderem auf www.fragFINN.de verfügbar sein. Der gemeinnützige Verein fragFINN e.V. engagiert sich für einen positiven Jugendmedienschutz sowie für die Stärkung der Medienkompetenz von Kindern. Er wird von namhaften Unternehmen und Verbänden der Telekommunikations-, Internet- und Medienbranche getragen. fragFINN startete 2007 und ist Teil der Initiative „Ein Netz für Kinder“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Hauptprojekt des Vereins, die Suchmaschine für Kinder www.fragFINN.de, mit mittlerweile rund 5.000 geprüften Online-Angeboten bietet einen beständig aktualisierten geschützten Surfraum für Kinder von sechs bis zwölf Jahren und die Möglichkeit zur barrierefreien Text- und Bildersuche. (PM)

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Kulturstaatsministerin Grütters und Bundesinnenminister Seehofer stärken die Soziokultur im Quartier

Der Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat (BMI), Horst Seehofer, und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Monika Grütters, haben mit der Unterzeichnung einer Ressortvereinbarung für das Modellvorhaben „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“ ein gemeinsames Vorgehen für die kommenden vier Jahre zur Umsetzung der ressortübergreifenden Strategie „Soziale Stadt“ vereinbart. Es ist in diesem Bereich das erste ressortübergreifende Vorhaben der beiden Häuser. Ziel der Strategie ist es, bauliche Investitionen der Städtebauförderung in einem fachübergreifenden Schulterschluss mit Maßnahmen und Programmen anderer Ressorts zu verbinden.
 
Mit „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“ werden zwölf Modellprojekte gefördert, die nachhaltige Strukturen im Kulturbereich unter Einbeziehung kultur- und medienferner Gruppen schaffen wollen, so dass alle lokalen Akteure ihr Potenzial zur Mitgestaltung an der Stadt- und Ortsteilentwicklung wirksam entfalten können.
 
Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Teilhabe am Kulturleben ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, unser gesellschaftliches Leben mitzugestalten. Daher muss der Zugang zu Kunst und Kultur jedem einzelnen möglich sein, unabhängig von sozialer Lage und Herkunft. Das Projekt ‚UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier‘ stellt kulturelle Vermittlung und Stadtteilarbeit in den Mittelpunkt und ist ein Schwerpunkt zukunftsgerichteter Kulturpolitik. Es wird eine wichtige Rolle dafür spielen können, dass wir als heterogene, vielfältige Gesellschaft zusammenwachsen.“
Bundesminister Seehofer: „Hiermit unterstützen wir bundesweit Nachbarschaften mit großen sozialen Integrationsanforderungen noch besser. Die von uns getätigten baulichen Investitionen zur Städtebauförderung sind wichtig, mit ihnen alleine ist es aber nicht getan. Deshalb setzen wir den Koalitionsvertrag um und führen die ressortübergreifende Strategie Soziale Stadt fort. Kunst und Kultur prägen unsere kulturelle Identität, leisten einen entscheidenden Beitrag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und zur Integration. Ich bin froh, dass wir so kurz nach dem Inkrafttreten des Bundeshaushalts 2018 dieses Modellvorhaben für die Quartiere und die dort lebenden Menschen starten können.“
 
Insbesondere in Quartieren mit besonderen sozialen Anforderungen hat ein erheblicher Teil der Bevölkerung bisher wenige oder keine Berührungspunkte zu den Angeboten der Kunst- und Kultureinrichtungen. Ein wesentliches Ziel der Aktivitäten von BKM und BMI besteht deshalb darin, auch solche Menschen zu erreichen, deren Partizipation an Kunst und Kultur bislang gering ist. Jeder soll die Chance bekommen, sich Kultur und kulturelle Angebote zu erschließen – unabhängig von individuellen Fähigkeiten, von ethnischer oder sozialer Herkunft sowie von Geschlecht oder Alter.
 
Die Modellstandorte werden von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. ausgewählt. Im Rahmen der Modellprojekte sollen strukturelle Veränderungsprozesse angestoßen sowie Zugangsbarrieren zu kulturellen Angeboten abgebaut werden. Ein wesentliches Ziel ist es, mit verschiedenen künstlerischen und medialen sowie soziokulturellen Angeboten, Aktionen und Aktivitäten Menschen aus vor allem benachteiligten Stadt- und Ortsteilen zusammenzuführen.
 
Das Modellvorhaben wird von Oktober 2018 bis Dezember 2022 durch BMI und BKM gefördert. Es ist Teil des BMI-Programms „Modellvorhaben Miteinander im Quartier – Förderung ressortübergreifender Maßnahmen in der Sozialen Stadt“, mit dem in den kommenden Jahren jährlich 10 Mio. Euro zur Verfügung stehen.
 
Mit „Verbraucher stärken im Quartier“ (gemeinsames Programm mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz) und „Jugendmigrationsdienste im Quartier“ (gemeinsames Programm mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) befinden sich zwei Modellvorhaben bereits in der Umsetzung. Weitere ressortübergreifende Förderungen in Städtebaufördergebieten der Sozialen Stadt sind vorgesehen. (PM)

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PLATFORM: Workshops für Bildende Künstler und Kulturmanager

Vom 11. Oktober bis 4. Dezember 2018 finden maßgeschneiderte Seminare und Workshops für Bildende Künstler und Kulturmanager in der PLATFORM statt. Erfahrene Experten aus der Praxis geben ihr Wissen in halb- und ganztägigen Formaten weiter. Ziel der Akademie ist es, Bildende Künstler und Kulturmanager zu qualifizieren und in ihrer Selbstständigkeit zu stärken. Angeboten werden Seminare und Workshops aus den Themenfeldern: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, rechtliche Fragestellungen, Betriebswirtschaft, Finanzierung, Softskills und Kunstvermittlung. Neben Themen wie effektives Projektmanagement und Künstlersozialversicherung stehen auch die sozialen Medien wieder im Fokus der Akademie: Wie nutze ich Social Media für mich? Wie kann ich ein Video einfach selbst erstellen? Wie kann ich meine digitale Präsenz optimieren? Diese und weitere Fragen werden praxisnah beantwortet.

Programm und die Anmeldungunter www.platform-muenchen.de/akademie .

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Ausschreibung Projekt: „Gemeinsam unterwegs? Geschichte(n) der Migrationsgesellschaft“

Praktikant*innen gesucht für den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (PR)

Wenn ihr ein Teil des DOMiD Teams werden wollt, bewerbt euch bitte mit Motivationsschreiben und Lebenslauf als PDF per E-Mail.

Gebt bitte den konkreten Zeitraum an, in dem das Praktikum erfolgen soll (mindestens drei Monate im Rahmen eines BA oder MA Studiums), sowie den genauen Bereich (Archiv / operativer Bereich/ Projektarbeit).

Download: Ausschreibung Praktikum PR Projekt

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Next Library® Conference – Internationale Zukunftskonferenz für Öffentliche Bibliotheken vom 12. bis zum 15. September 2018 an der Amerika-Gedenkbibliothek.

Um die zukünftige Rolle von Öffentlichen Bibliotheken auszuloten, treffen sich in Berlin 400 internationale Konferenzteilnehmer*innen aus 38 Ländern und den Bereichen Bibliothek, Politik, Kultur und Bildung. Was die Next Library® Conference besonders auszeichnet, ist das ungewöhnliche Format. Die Konferenzthemen werden durch die Teilnehmer*innen bestimmt, vorab werden Motto und wichtige Fragen in der „Next-Library®-Community“ online und weltweit diskutiert. So entstehen die Konferenzschwerpunkte. Es geht in Berlin um (Digitale) Lese- und Medienkompetenz, den (Arbeits-)Ort Bibliothek, die Stadtgesellschaft, um das Berufsbild in der Zukunft und den Umgang mit Umbrüchen und Transformationsprozessen in Öffentlichen Bibliotheken. Die kostenpflichtige Konferenz war nach wenigen Tagen ausverkauft – ein Zeichen dafür, für wie wichtig diese Themen weltweit in Bibliotheken gehalten werden. Auch das Campusformat ist Programm. An der Amerika-Gedenkbibliothek wird ein eigener Konferenzcampus aufgebaut, der den Möglichkeitsort, der Öffentliche Bibliotheken heute ausmacht, symbolisieren wird.

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