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Brücken bauen: Zentrales Migrationsmuseum in Köln

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Foto © Atelier von facts and fiction, Köln.

Bereits der Museumskomplex ist als symbolstarke Metapher gedacht: So soll den Plänen zufolge eine Fußgängerbrücke den Rhein überspannen von der Köner Innenstadt zur „Schäl Sick“, wie der Volksmund die rechtsrheinischen Stadtteile nennt, in denen heute viele Migrantenfamilien leben. Das Museum soll in einem architekonischen Solitär im Herzen der Domstadt seine Heimat finden. Wo genau das Quarier entstehen wird, ist erst noch festzulegen.

Ende Januar wurde bei DOMID (Dokumentationszentrum und Museum  in Deutschland e.V.)  der Grundstein für eine Stiftung gelegt. „In der Bevölkerung muss die Erkenntnis verankert werden, dass wirtschaftliche, soziokulturelle sowie politische Dimensionen der Migration unseren Alltag prägen“, erklärte Rita Süssmuth. Deutschland, so die ehemalige Bundestagspräsidentin, sei auf den dauerhaften Zuzug von Migranten angewiesen,

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort fiel die Wahl  auf Köln. Die Stadt kann auf eine lange Migrationsgeschichte verweisen. Zudem ist Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste Bundesland. Am Ende hatte Köln die Nase vorn, und Mitbewerber wie Stuttgart und Berlin hatten das Nachsehen.

Zentrales Anliegen des Konzepts ist es, die Migration von der Gegenwart aus zu beleuchten. Wie sieht die Gesellschaft aus, in der wir leben, und wie hängt deren Ausgestaltung mit Migration zusammen? Das Haus möchte Geschichte multiperspektivisch von einer kritischen Haltung aus präsentieren und transkulturelle sowie transnationale Aspekte einbeziehen. Nicht die Chronologie steht dem Konzept zufolge im Vordergrund,  sondern übergeordnete Konzepte wie Wandel, Erinnerung, Fremdheit, Grenze oder Mobilität.

Foto © DOMID

Da Migration jeden betrifft, soll möglichst vielen Menschen die Teilhabe an dem Museum ermöglicht werden. Nur so könne die Vielfältigkeit der Perspektiven auf die Gesellschaft und die Geschichte abgebildet werden, betont Arnd Kob, Geschäftsführer von DOMID. Dementsprechend werde das zentrale Migrationsmuseum nicht als abgeschlossener Raum konzipiert, sondern als ein Ort offener Diskussionen, der auch Anregungen für das zukünftige Zusammenleben in unserer Gesellschaft geben soll.

Fremdheit, Nation, Grenze, Mobilität, Wandel, Integration und Erinnerung – diese und weitere Themenfelder werden im Mittelpunkt der ständigen Ausstellung stehen, wobei die Chronologie zweitrangig ist.

Den Fokus bildet vielmehr die Bedeutung der Migration für jeden einzelnen Menschen. Sowohl für diejenigen, die sich auf den Weg nach Deutschland gemacht haben, als auch für diejenigen, die hier schon seit Generationen leben. „Wie schaffen wir bei aller Vielfalt eine Gesellschaft, die friedlich zusammenlebt und die demokratischen Werte aktiv gegen Rassismus, Diskriminierung, Gewalt und Intoleranz verteidigt?“ ist eine der Fragen, die im Fokus des Interesses der Inititatoren steht.

Ihr Ziel ist es, Chancen und Risiken, Hoffnungen und Ängste realistisch zu vermitteln. Als offener Raum der Gesellschaft soll das Haus helfen, aktuelle Debatten kritisch zu begleiten: ein Forum der Begegnung, des Austausches und des gegenseitigen Respekts.

Pressemitteilung/ IP

Siehe auch

Geplantes Migrationsmuseum: „Wir wollen kein Lila-Laune-Land darstellen“

Tags : Arnd KolbDokumentationszentrum für Migration in Deutschland e. V.DOMIDMigrationsmuseumRheinbrückeRita Süssmuth