WELT.KULTUR.POLITIK. Kulturpolitik und Globalisierung Die Globalisierung hat Folgen für Kultur und Kulturpolitik. Wenn der Austausch mit anderen Kulturen nicht nur medial jederzeit möglich ist, weil die Gesellschaft auch lokal und regional kulturell immer heterogener wird, verändern sich auch kulturelle Interessen und Ansprüche, Vorlieben und Gewohnheiten. Das klassische Bildungs- und Kulturbürgertum und eine am nationalen Kulturerbe und einem tradierten Kunstkanon orientierte kulturelle Infrastruktur und Kulturpolitik könnten Auslaufmodelle werden. Die Fragen liegen auf der Hand: Wenn Grenzen kulturell längst überwunden sind, kann man da noch von einem »Innen« und »Außen« sprechen? Wenn Gesellschaften immer multikultureller werden, ist das Konstrukt der »Nationalkulturen« dann noch sinnvoll und muss dann nicht auch über das Konzept des kulturellen Erbes neu nachgedacht werden? Wenn Nationalstaaten an Bedeutung verlieren, werden nicht dann auch die damit verbundenen kulturellen Narrative, die institutionellen Strukturen und operativen Programme aller kulturpolitischen Ebenen in Mitleidenschaft gezogen? Soweit die ›alte‹ postmoderne Erzählung einer immer stärkeren Entgrenzung und Hybridisierung, die noch zu Beginn der Planungen zum 9. Kulturpolitischen Bundeskongress selbstverständlich war. Der Entwicklungspfad schien vorgezeichnet. Doch die politischen Realitäten haben der links- wie neoliberalen Weltsicht einen empfindlichen Dämpfer gegeben. Die Politik der Öffnung und Entgrenzung ist nicht mehr alternativlos und wird sich gegen Tendenzen der Re-Nationalisierung und Schließung zu erwehren haben. Kultur- und Bildungspolitik stehen deshalb nicht nur vor der Herausforderung, sich konzeptionell neu aufzustellen, sondern sich auch demokratiepolitisch zu positionieren. Sie können diese Welt nicht gestalten, aber sie sind bei Strafe ihres Scheiterns darauf angewiesen, die globalen Veränderungen und Verwerfungen sich und anderen zu erschließen, zu erklären und die Menschen in die Lage zu versetzen, Sinn und Orientierung zu finden und sich für die kulturelle Demokratie neu begeistern zu können. Der 9. Kulturpolitische Bundeskongress will dazu einen Beitrag leisten. Er wird u.a. unterstützt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Kongressveranstalter: Kulturpolitische Gesellschaft und Bundeszentrale für politische Bildung /Kooperationspartner: Deutscher Städtetag, Goethe-Institut, ifa (Institut für Auslandsbeziehungen)
Termin Informationen:
9. Kulturpolitischer Bundeskongress
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